| Vorwort Veränderung ist sicher kein
Wert an sich, aber sie ist immer dann nötig und positiv, wenn die bisherige Arbeitsweise
einer anderen, besseren weichen muss.
In den letzten
Jahren musste auf vielen Ebenen das gute alte Buch dem Computer im allgemeinen und dem
Internet im besonderen weichen.
Das ist an diesem
Katalog nicht vorbeigegangen.
Tatsächlich gibt
es den Bielefelder Katalog Jazz mittlerweile auch im Internet, ohne dass er Anspruch
erhebt, das Papier zu verdrängen.
Falls man es
richtig anstellt, ergänzen sich die beiden Medien sogar:
So kann man
beispielsweise die neusten Platten im Internet finden, während man für die aufwendigeren
und langwierigere Suche das Buch besitzt.
Das ist eine
mögliche Reaktion auf die Globalisierung, die auf der anderen Seite aber keineswegs so
fortgeschritten ist, wie eilfertige Apologeten unserer Zeit es predigen.
Wie sonst könnte
es passieren, dass ein zentrales Label des Jazz wie Fantasy derzeit keinen deutschen
Vertrieb besitzt. Die Redaktion und der Verlag haben sich dennoch entschieden, es
aufzunehmen, weil ohne diese Produktionen einfach dieser Katalog seinem guten Ruf nicht
gerecht werden würde.
Auf der anderen
Seite ist diese Tatsache nicht nur ein Fehler der amerikanischen Firma, sondern auch ein
passender Ausdruck der derzeitigen Situation in der europäischen Jazz-Szene:
Zuviel wird nach
dem Motto "weiter so" gemacht, zu selten werden neue Wege begangen oder neue
Methoden ausprobiert.
Damit komme ich
zurück zum Anfang:
Wechsel kann
etwas gutes sein und das sollte das Motto für diesen Katalog sein.
Martin Reichold
Nürnberg, 31. Oktober 2005 |
Vorwort
Das Jahr 2009 wird als Jahr der größten Wirtschaftskrise
seit den 30er Jahren in die Geschichte eingehen - doch auf der anderen
Seite hat sich die alte Erkenntnis bewahrheitet, dass die Kultur in
Krisenzeiten floriert.
Der klassischen Musik geht es gut, auf der einen Seite,
weil die Klassikabteilungen der großen Firmen in den letzten Jahren ihre
Hausaufgaben gemacht haben und auf der anderen Seite, weil die Vertriebe
die Produktionen aus aller Welt nach Deutschland bringen, ganz zu
schweigen von den kleinen Labeln, die auch noch die ausgefallensten
Geschmäcker zufriedenstellen.
Dadurch entsteht ein großes Spektrum an Aufnahmen, von
der modernen Klassik bis zum frühen Mittelalter, das dank der
Gregorianik im abgelaufenen Jahr sogar der größte Umsatzbringer war.
Diese Vielfalt drücken auch die 3000 Neuheiten aus, die
auch in diesem Jahr im Bielefelder Katalog Klassik vertreten sind, womit
er sich einmal mehr als das Zentralorgan der deutschen Klassik-Industrie
darstellt.
Gerade in den Zeiten des Internet - in dem ja auch der
BKK seit einigen jahren vertreten ist - empfiehlt es sich, sich einmal
ganz ruhig mit diesem Buch zurückzuziehen, um studieren zu können, was
sich 2009 in der Klassik so getan hat.
Ich kann Ihnen versprechen: Es lohnt sich!
Nürnberg, 15. Januar 2010
Martin Reichold
Herausgeber |