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Hier stellen wir einige Neuerscheinungen unserer Partnerfirmen vor

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Bielefelder Kataloge - Nummer 1 der internationalen Plattformen für Klassische Musik mit bibliographischem Aufbau

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A Voice from Heaven - Englische Meisterwerke für Chor von Harris, MacMillan, Howells, Tavener, Stanford, Leighton, Parry, Berkeley, Murrill, Jones - Chor des King‘s Consort, Robert King

Dies ist eine thematisch durchdachte Zusammenstellung von 14 Meisterwerken englischer Chorkomposition aus den letzten 125 Jahren. Besonders faszinierend ist die Vorlagengleichheit in fünf Fällen. Der jeweils gleiche Text in Vertonung verschiedener Komponisten ermöglicht Stilvergleiche und auch das Nachverfolgen unterschiedlicher kompositorischer Ansätze. Unter den Werken findet sich auch der „Song for Athene“ von John Tavener, der durch seinen Einsatz beim Begräbnis von Lady Diana weltweit bekannt wurde. Mit seinem triumphierenden Schluss beendet dieses Werk eine Sammlung, die Liebhabern großer Chormusik sehr zu empfehlen ist.

Vivat VIVAT113, VÖ: 12.10.2016, 0797776194384

Max Reger - Sonaten für Klarinette und Klavier: Sonate As-Dur op. 49,1 - Sonate fis-Moll op. 49,2 - Sonate B-Dur op. 107 - Thomas Lindhorst, Klarinette - Hiroko Arimoto, Klavier

Regers Sicht auf sich und seine Arbeit war immer stark von einem unerschütterlichen Fortschrittsbemühen geprägt. Dafür ist die Behandlung seiner harmonischen Melodik beispielhaft (nach Liszt: „Auf jeden Akkord kann jeder Akkord folgen“). Nicht zuletzt der Komponist selbst sieht hier den Grund für den nicht gerade einfachen Zugang zu seiner Musik. Dazu treten häufig Melodien, die sich nicht beim ersten Hören einprägen. Alles Merkmale, die in den beiden 1900 entstandenen Sonaten op. 49 auffällig sind. Und doch schuf Reger hier abwechslungsreiche Stimmungsbilder. Dagegen ist die Melodik in der Sonate op. 107 von 1907 deutlich leichter fassbar und eignet sich besser für motivisch-thematische Arbeit. Im Unterschied zu den frühen Sonaten erhält diese nun eine innere Einheit und Kohärenz. Hier zeigt sich sehr schön, wie Reger auf Kritik an seinem Personalstil reagierte und Probleme der Verständlichkeit ernst nahm.

Paschenrecords PR160034, VÖ: 12.10.2016, 4250976100341

Fischer dirigiert Tschaikowsky und Borodin - Tschaikowsky: Symphonie Nr. 6 h-Moll op. 74 „Pathétique“ - Borodin: Polowetzer Tänze - Tschechischer Philharmonischer Chor Brno  -Budapest Festival Orchestra, Iván Fischer

Als Peter Tschaikowsky am 28.10.1893 in St. Petersburg die Bühne betrat, um seine 6. Symphonie der Öffentlichkeit vorzustellen, wurde er mit tosendem Applaus begrüßt. Eine dreiviertel Stunde später war das erstaunte Publikum ratlos, ja entsetzt. Wie konnte eine Symphonie so zart und weich beginnen und, noch schlimmer, auch so enden? Was sollte man von einem zweiten Satz mit diesem untanzbaren Walzer halten und von einem dritten mit einem unaufhaltsamen Marsch? Tschaikowsky konnte keine Antworten mehr geben; er starb neun Tage später an der Cholera. Für uns Heutige verkörpert Tschaikowsky in seiner Musik die „russische Seele“, wie auch Borodin. Seine Oper „Fürst Igor“ blieb unvollendet, aber die Ouvertüre, ein Chor mit Tanz der Polowetzer Mädchen, der Polowetzer Marsch und die auf dieser SACD zu hörenden weithin bekannten Polowetzer Tänze haben einen festen Platz im Konzertrepertoire gefunden.

Channel Classics CCSSA37016, VÖ: 19.10.2016, 723385370161

Ulrich Leyendecker (*1946) - Streichquartette 1-3 - Quintett für Baßklarinette und Streichquartett - Minguet Quartett - Volker Hemken, Baßklarinette

Ulrich Leyendecker gehört zu den wichtigsten deutschen Komponisten seiner Generation. Er nahm bereits als Jugendlicher privaten Kompositionsunterricht. 1965-1970 studierte er an der Musikhochschule Köln bei Günter Ludwig Klavier und bei Rudolf Petzold Komposition. Wie viele andere Komponisten seiner Generation nahm Leyendecker an den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik teil und beschäftigte sich intensiv mit seriellen Kompositionstechniken. 1971 erfolgte ein Ruf als Theorielehrer an die Musikhochschule Hamburg, wo Leyendecker 1981 Professor für Musiktheorie und Komposition wurde. Von 1994 bis 2005 war er in gleicher Position an der Musikhochschule Mannheim-Heidelberg tätig und lebt seither als freier Komponist. Er erhielt zahlreiche Ehrungen: u.a. Stipendien der „Villa Massimo“ in Rom und der „Cité Internationale des Arts“ in Paris, die Mitgliedschaft in der freien Akademie der Künste in Hamburg und den „Eduard van der Heydt-Preis“ seiner Heimatstadt Wuppertal. Leyendeckers Werk beinhaltet Sinfonien und Solokonzerte, Kammermusik für Streichquartett, Klaviertrio, Klarinettentrio, Klavierduo sowie verschiedene andere Besetzungen und viele Werke für Soloinstrumente. Seine Musik zeichnet sich durch spannungsgeladene Lebendigkeit und klangsinnliche Farbigkeit aus. Sie bewahrt eine „Rest-Tonalität“ und entwickelt aus kurzen Grundgestalten großbögige Formverläufe. Leyendecker geht zu Beginn seiner Kompositionen oft noch einen Schritt hinter die bereits fixierte Grundgestalt eines musikalischen Gedankens zurück und läßt die Entwicklung desselben hörbar werden. Seine stets polyphone Musik vollzieht sich in Metamorphosen dieser Grundgestalten. Der Verwandlungsvorgang erfolgt in Form eines Verfahrens, das Leyendecker selbst als „Überblendung“ bezeichnet und bei dem es zur Überlagerung von Klangfeldern sowie unterschiedlicher Tempi und Metren kommt.

Musicaphon M55724, VÖ: 19.10.2016, 4012476557243

Accardo spielt Bach und Vivaldi - Bach: Violinkonzerte 1 und 2 / Konzert d-Moll für zwei Violinen / Konzert c-Moll für zwei Cembali arrangiert für Violine, Oboe und Streicher / Konzerte f-Moll und d-Moll für Cembalo arrangiert für Violine - Vivaldi: Violinkonzerte op. 8,1-4 „Die vier Jahreszeiten“ - Salvatore Accardo, Margaret Batjer, Violine - Douglas Boyd, Oboe - Christopher Middleton, Cembalo - Chamber Orchestra of Europe - I Solisti di Napoli (Vivaldi)

Bei dem Rummel, der heute ständig um Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ gemacht wird, ist es kaum noch vorstellbar, dass es mal eine Zeit gab, in der diese Werke völlig unbekannt waren. Wie ihr Komponist, der nach seinem Tod in Wien 1741 in Vergessenheit geriet, dämmerten sie dahin, bis in den 1930er und 1940er Jahren eine Vivaldi-Renaissance einsetzte. Seitdem schwangen sich diese vier Konzerte zum meistgespielten und meist aufgenommenen Zyklus der klassischen Musik auf. Accardos preisgekrönte Aufnahme der Konzerte verdankt ihren superben Klang nicht zuletzt der eingesetzten Violinen: Es kommen zum Einsatz die 1715 von Stradivari gebauten „Il Cremonese“, einst im Besitz von Joseph Joachim und nun der Stadt Verona gehörend, die 1727 gebaute „Ex-Raynier“, die 1718 erstellte „Feuervogel“, und für den „Winter“ schließlich die 1727 gebaute „Herz“. Die drei letztgenannten sind (oder waren damals) im Besitz von Salvatore Accardo, der es versteht, die individuellen Vorzüge der vier Geigen voll auszuspielen. – Die Bach-Aufnahmen mit dem Chamber Orchestra of Europe entstanden 1975, darunter die interessanten Adaptionen von Cembalokonzerten, teils durch Accardo selbst.

Eloquence ELQ4825091, (2 CD), VÖ: 26.10.2016, 0028948250912

Accardo spielt Rossini und Bottesini - Rossini: 6 Sonate a quattro / Duetto für Cello und Kontrabaß / Un mot à Paganini / Une larme - Bottesini: 9 Gran Duo concertante für Violine, Kontrabaß und Streicher - Salvatore Accardo, Sylvie Gazeau, Violine - Alain Meunier, Cello - Franco Petracchi, Kontrabaß - Bruno Canino, Klavier - Luciano Vicari, Violine - Lucio Buccarella, Kontrabaß - I Musici

Im Sommer 1804 schrieb Rossini während der Ferien als Zwölfjähriger seine sechs Sonate a quattro für zwei Violinen, Cello und Kontrabaß. Viele Jahre später schrieb er auf das Manuskript: „Stimmen für sechs schreckliche Sonaten, von mir ... im äußerst jugendlichen Alter geschrieben, als ich noch nicht mal Harmonielehre-Unterricht hatte. Sie wurden innerhalb von drei Tagen geschrieben und kopiert und in elender Weise aufgeführt ... mit mir an der zweiten Violine, und um die Wahrheit zu sagen: ich war der elendeste.“ 1978 nahm Salvatore Accardo diese Sonaten in der Schweiz mit Kollegen auf, mit denen er eng zusammen arbeitete. Es sollte eine Referenzaufnahme werden, die wohl nur schwerlich noch übertroffen werden kann (das originale 2 LP-Set pflegt für dreistellige Beträge den Besitzer zu wechseln – wenn überhaupt). Ergänzt werden die Sonaten hier durch die famosen Gran Duos von Bottesini, dem Nachfolger von Dragonetti als „König des Kontrabaß“.

Eloquence ELQ4825103,  (2 CD), VÖ: 26.10.2016, 0028948251032

Wolfgang Amadeus Mozart - Messe c-Moll K427 - Exsultate, jubilate K165 - Sampson, Vermeulen, Sakurada, Immler - Bach Collegium Japan, Masaaki Suzuki

Nachdem sich Suzuki und das Bach Collegium Japan 2015 mit Mozarts Requiem auseinander gesetzt hatten, folgt nun die Messe c-Moll, die „große“ Messe. Für ein Werk ihrer Zeit hat sie tatsächlich ungewöhnliche Proportionen, oder besser: hätte sie, wenn Mozart sie fertiggestellt hätte. Aus welchem Anlass er die Messe überhaupt komponiert hat, ist nicht „gerichtsfest“ bekannt. Doch gibt ein Brief an seinen Vater Leopold vom 4.1.1783 Hinweise darauf, dass er sie in Verbindung mit seiner Hochzeit mit Constanze Weber und einem geplanten Besuch in Salzburg geschrieben haben könnte. Im Oktober 1783 wurden denn auch Teile der Messe in Salzburg aufgeführt, wobei Constanze den profilierten Sopranpart übernahm. Zwei Jahre später nutzte Mozart das Kyrie und das Gloria in seiner geistlichen Kantate „Davidde penitente“, aber die Messe selbst blieb unvollendet. Diese Einspielung präsentiert neben den von Mozart fertiggestellten Teilen auch diejenigen, zu denen von Mozart wenigstens schon detaillierte Skizzen vorlagen. Franz Beyer hat sie auf dieser Basis 1989 komplettiert. Die SACD schließt mit der berühmten Kantate „Exsulate, jubilate“, in dem Carolyn Sampson ihren Sopran glänzen lässt. Als „Zugabe“ ist die eröffnende Arie noch einmal zu hören in einer unbekannteren späteren Version mit leicht verändertem Text und mit Flöten statt der Oboen besetzt.

BIS BIS-SACD-2171, VÖ: 2.11.2016, 7318599921716

Dmitri Schostakowitsch - Violinkonzerte: Konzert Nr. 1 a-Moll op. 77 - Konzert Nr. 2 cis-Moll op. 129 - Frank Peter Zimmermann, Violine - NDR Elbphilharmonie Orchester, Alan Gilbert

Schon die erste Veröffentlichung der NDR Elbphilharmonie (ehemals NDR Sinfonieorchester) signalisiert: hier zeigt ein künstlerisches Schwergewicht der deutschen Musikszene seine ganze Leistungsfähigkeit. Mit Frank Peter Zimmermann als Solist, 2015 mit einem „ECHO Klassik“ ausgezeichnet, und mit Alan Gilbert am Pult präsentiert das Orchester die beiden Violinkonzerte von Dmitri Schostakowitsch. Zwei nicht nur künstlerisch, sondern auch politisch-historisch sehr interessante Werke. Schon das erste der beiden Konzerte ist ein Beleg für die widrigen Umstände, mit denen der Komponist in der UdSSR immer wieder zu kämpfen hatte. Das 1948 fertig gestellte Werk blieb ganze sieben Jahre in der Schublade – die KPdSU hatte Schostakowitsch und anderen Komponisten „„formalistische Verzerrungen und antidemokratische Tendenzen, die dem Sowjetvolk und seinem künstlerischen Geschmack fremd sind“, vorgeworfen, worauf hin Schostakowitsch seine Lehrämter verlor. Erst 1955 erlebte das Konzert mit David Oistrach als Solist seine Uraufführung. Oistrach war auch der Solist bei der Uraufführung des 2. Violinkonzerts 1967, das in seiner Melancholie schon Todesahnungen des kranken Komponisten widerspiegelt. Ein hoch ambitioniertes Programm, souverän und mit großem Einfühlungsvermögen interpretiert von Frank Peter Zimmermann und Alan Gilbert.

BIS BIS-SACD-2247, VÖ: 2.11.2016, 7318599922478

Jean-Féry Rebel (1666-1747) - Tanzsuiten und Sonaten - Ensemble Eco dell‘Anima

Schon im zarten Alter von acht Jahren gelang es Rebel, König Ludwig XIV. und den Hofkomponisten Jean-Baptiste Lully nachhaltig zu beindrucken. Lully nahm ihn als Geigen- und Kompositionsschüler an. Rebel wurde 1699 Mitglied des Pariser Opernorchesters und 1705 Mitglied der berühmten „24 Violons du Roi“. Beide Ensembles hat er wohl auch dirigiert, wie auch die Concerts Spirituels. Als geachteter Geiger, Dirigent, Komponist und Cembalist wurde er 1718 zum Hof-Kammerkomponisten ernannt. Heute ist er vor allem für seine extrem erfolgreiche Tanzmusik bekannt. Selbst Händel führte 1712 in London Tänze von Rebel auf. Der verstand es sogar, der Tanzmusik einen Platz in der Konzerthalle zu verschaffen. Stets blieb Rebel experimentierfreudig, verband französische Charakteristika mit italienischem Stil und seinen oft sehr eigenwilligen Ideen. Seine Werke sind signifikante Beiträge zur Entwicklung der Sonate und des französischen Violinrepertoires.

Centaur CRC3430, VÖ: 9.11.2016, 044747343020

Anton Rubinstein (1829-1894) - Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 25 - Don Quixote – Humoreske für Orchester, op. 87 - Grigorios Zamparas, Klavier - Bohuslav Martinu Philharmonie, Jon Ceander Mitchell

Anton Rubinsteins Beitrag zur Entwicklung des russischen Klavierkonzerts als bedeutendes und eigenständiges Genre kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Auch wenn er später von Tschaikowsky, Rachmaninoff und anderen ein wenig in den Schatten gestellt wurde. Alle seine Konzerte weisen in Form und Stil Gemeinsamkeiten auf: der dreisätzige Aufbau, die Verwendung der Sonatenhauptsatzform im Kopfsatz, relativ kurze Mittelsätze und jeweils ein Finale in Rondoform. Und sie sind auch alle recht ähnlich instrumentiert: paarweise Holzbläser, Hörner, Trompeten und Pauken ergänzen die Streicher. Das jugendliche 1. Klavierkonzert war sein vierter Versuch in diesem Genre. Die ersten beiden verwarf er, und aus dem Material des dritten entstand das Oktett op. 9. – Rubinsteins „Don Quixote“ unterscheidet sich signifikant vom gleichnamigen Werk Richard Strauss‘. Während letzterer die Novelle von Cervantes episodisch behandelt, liegt Rubinstein offenbar mehr an einer psychologischen Studie. Da gibt es keine Windmühlen, und auch Sancho Pansa und Dulcinea treten nur vorüberhuschend auf.

Centaur CRC3462, VÖ: 9.11.2016, 044747346229

Johann Jakob Walther (1650-1717) - Hortulus Chelicus (Gesamtaufnahme) - Sean Yung-Hsiang Wang, Barockvioline - Matthew Dirst, Cembalo und Orgel - Barrett Sills, Barockcello

Walther (wahrscheinlich nicht verwandt mit Johann Sebastian Bachs Vetter Johann Gottfried Walther) erarbeitete sich schon in jungen Jahren eine erstaunliche Leistungsfähigkeit als Violinvirtuose. Um 1670 herum begab er sich nach Florenz und diente dort als Geiger im Orchester des Großherzogs der Toscana, Cosimo III de‘ Medici. Vier Jahre später kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Orchesterleiter am Dresdner Hof. Er beendete seine Karriere am Hof von Erzbischof Anselm Franz von Ingelheim in Mainz. Die Produktion bietet die Gesamtaufnahme des „Hortulus Chelicus“ für Violine. Diese Sammlung vollendete er 1688 in Mainz. Der Zyklus ist ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung der Geigentechnik, enthält zugleich aber leicht spielbare Musik für Amateure. Wie Biber und Schmelzer gehörte Walther zu den bekannten Geigern in Deutschland, die eigene Werke spielten. Der belgische Musikhistoriker François-Joseph Fétis nannte Walther den „Paganini seiner Zeit“.

Centaur CRC3493,  (4 CD), VÖ: 16.11.2016, 044747349329

Christine Nöstlinger - Papas sind sehr unterschiedlich. Erzählungen und Gedichte in Wort und Musik - duo pianoworte: Helmut Thiele, Sprecher - Bernd-Christian Schulze, Klavier - Mitglieder des Knabenchors Hannover, Michael Jäckel

Zum 80. Geburtstag von Christine Nöstlinger, einer der profiliertesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen im deutschen Sprachraum, verwirklicht das duo pianoworte gemeinsam mit Mitgliedern des Knabenchors Hannover ein Musikprojekt der besonderen Art: In Zusammenarbeit mit den Komponisten Gerhard Gemke, Stefan Esser, Dominik J. Dieterle und Andreas Gömmel entstanden zeitgemäße Vertonungen von Prosa- und Lyriktexten der berühmten Schriftstellerin. Eine Hommage an Christine Nöstlinger von Kindern und Künstlern in Wort und Musik.

Kaleidos KAL63342,  VÖ: 16.11.2016, 4260164633421

Richard Strauss - Die Frau ohne Schatten - Thomas, Bjoner, Mödl, Hotter, Hallstein, Töpper, Borkh, Fischer-Dieskau - Bayerischer Staatsopernchor - Bayerisches Staatsorchester, Joseph Keilberth

Als „Die Frau ohne Schatten“ am 10. Oktober 1919 in Wien ihre Uraufführung erlebte, hielt sich die Begeisterung von Kritik und Publikum in Grenzen. Das komplizierte und mit tiefer Symbolik aufgeladene Libretto von Hugo von Hofmannsthal wurde als eine der Ursachen ausgemacht, warum die Oper nicht „zündete“. Und doch ist dieses Werk heute ein Standard im Opernrepertoire. Keilberths Interpretation mit der äußerst beeindruckenden Besetzungsliste wurde im November und Dezember 1963 anlässlich der Wiedereröffnung des Nationaltheaters in München aufgezeichnet und galt schnell als eine der Referenzaufnahmen dieser Oper.

Eloquence ELQ4807206,  (3 CD), VÖ: 23.11.2016, 0028948072064

Leroy Shield - Die Original-Klaviermusik zu „Laurel & Hardy“ - Alessandro Simonetto, Klavier

Für eingefleischte „Dick & Doof“-Fans ist die Musik von Leroy Shield sozusagen der Heilige Gral. Sie begleitet durch fast alle ihre Filme, und doch ist über ihren Komponisten und die Musik selbst nur wenig bekannt. Mit zwei Ausnahmen wurde Shield noch nicht mal im Abspann der Filme erwähnt. Es gab keine vom Film unabhängigen Aufnahmen, keine Notenausgaben, nichts. Der Grund dafür war, dass Mr. Shield, ein professioneller Pianist, Leiter von Rundfunkorchestern und Aufnahmeleiter, die Roach Studios, wo die Filme produziert wurden, sozusagen durch die Hintertür betreten hatte. Denn er stand damals auf der Gehaltsliste von RCA Victor, und als Victor 1929 engagiert wurde, in den Hal Roach Studios das Sound Equipment zu installieren, kam Shield mit Lastwagen voller Kabel und Mikrophone. In den 1920er Jahren hatte er in Konzerten als Pianist Kodály, Strawinsky, Satie, Milhaud und Ravel gespielt. Zwischen 1923 und 1931 arbeitete er aber hauptsächlich als Arrangeur, Dirigent und Produzent für Victor. Die „Discography of American Historical Recordings“ nennt ihn als Leiter von 750 Aufnahmen, als Pianisten auf 393 Aufnahmen, Dirigenten von 488 Aufnahmen und Produzenten von 353 Aufnahmen. Seine Musik zu den Laurel & Hardy-Filmen bezeichnet der italienische Pianist Alessandro Simonetto als höchst virtuos und erstklassig, sehr expressiv. Für die Filme wurde in der Regel eine Orchesterfassung verwendet. Offenbar wurde höchst eilig und nicht immer sehr sorgfältig aufgenommen; das Orchester ist nicht immer synchron zum Film und die Tempi schwanken. Hal Roach war nicht daran interessiert, Film- oder Musikgeschichte zu gestalten. Aus den wenigen erhaltenen Skizzen und Leadsheets von Shield konnte Simonetto die Klavierarrangements konstruieren.

Aevea AE16024, VÖ: 23.11.2016, 0634065037192

György Ligeti (1923-2006) - Konzerte: Cellokonzert (1956) - Kammerkonzert für 13 Instrumente (1969) -Melodien für Orchester (1971) - Klavierkonzert (1985-88) - Christian Poltéra, Cello - Joonas Ahonen, Klavier - BIT20 Ensemble, Baldur Brönnimann

Immer wieder wurde Ligeti als einer der innovativsten und einflußreichsten progressiven Komponisten seiner Generation beschrieben – und immer wieder erfand er sich selbst neu. In seinen frühen Werken lehnt er sich oft an Bartók an; viele dieser Kompositionen veröffentlichte er gar nicht. Nachdem er 1956 aus Ungarn geflohen war, begann er zu experimentieren (sowohl mit Elektronik wie mit ausgearbeitetem Serialismus), aber er stand „Schulen“ immer skeptisch gegenüber und blieb zeitlebens stets auf einem ganz eigenständigen Kurs. Besonders in zwischen 1960 und 1980 hatte er eine äußerst produktive Phase, der auch die drei hier eingespielten Konzerte enstammen.

BIS BIS-SACD-2209, VÖ: 30.11.2016, 7318599922096

Telemann, Corelli und Bach - Telemann: Ouvertüre „Wassermusik“ / Konzert C-Dur - Bach: Konzert F-Dur BWV 1057 - Corelli: Konzert IV D-Dur op. 6,4 / Konzert VIII g-Moll op. 6,8 „Weihnachtskonzert“ - Dan Laurin, Emelie Roos, Blockflöten - AnnaParadiso, Cembalo - Höör Barock, Dan Laurin

Das junge schwedische Ensemble Höör Barock hat ein wunderbar farbiges Programm für seine Debüt-CD zusammengestellt. Neben Telemanns berühmter „Wassermusik“, auch bekannt als „Hamburger Ebb und Fluth“, steht Bachs Cembalokonzert F-Dur im Mittelpunkt mit Anna Paradiso als Solistin. Und schließlich einer der absoluten Bestseller des Barock, Corellis Weihnachtskonzert. Alles frisch und unbefangen musiziert und so ein durchgehender Hörgenuss.

BIS BIS-SACD-2235,  VÖ: 30.11.2016, 7318599922355

Franz Xaver Mozart (1791-1844) - Sämtliche Klavierwerke vol. 4: Rondeau F-Dur - Variationen opp. 3, 6, 8, 13 - Allegretti F-Dur, G-Dur + Leopold Mozart: Aus dem Zyklus „Der Morgen und der Abend“: 12 Musikstücke für das Hornwerk + Wolfgang Amadeus Mozart: Präambulum deest - Susanne von Laun, Hammerflügel

Die vierte und letzte CD der Gesamteinspielung des Klavierwerkes von Franz Xaver Mozart bietet zusätzlich einen interessanten Einblick in das Schaffen von Leopold Mozart und Wolfgang Amadeus Mozart, Großvater und Vater. Sie beinhaltet frühe Werke von Franz Xaver, die Diabelli Variationen aus dem Jahre 1824 und zwei der letzten Kompositionen. – Die vier kurzen Tanzsätze hat Leopold im „Galanten Stil“ komponiert. – Das Präambulum ist eines der wenigen notierten Beispiele für Wolfgang Amadeus Mozarts Improvisationskunst. Susanne von Laun hat die Werke der drei Mozarts, die größtenteils erstmalig auf CD zu hören sind, auf einem Originalinstrument von 1812 eingespielt, auf dem auch Franz Xaver musiziert haben könnte. Es ist ein Hammerflügel von Joseph Brodmann, 1812 in Wien gebaut, aus der Sammlung Beurmann.

Musicaphon M56977, VÖ: 7.12.2016, 4012476569772

Jakub Jan Ryba /1765-1815) - Stabat Mater - Saturova, Cukrova, Kryshak, Plachetka - L‘Armonia Terrena - Martinu Voices, Zdenek Klauda

Ersteinspielung - Jakub Jan Ryba wird stets nur nach seiner berühmt gewordenen „Tschechischen Weihnachtsmesse“ beurteilt (ohne die man sich Weihnachten in Tschechien überhaupt nicht vorstellen kann). Dabei hinterließ er ein vielfältiges, qualitativ herausragendes Werk von erheblichem Umfang (mehr als 1.500 Kompositionen, darunter nicht weniger als 89 Messen!). Seinem Beruf als Schullehrer in einer tschechischen Kleinstadt, seinen damit zusammenhängenden Aufgaben sowie seiner Neigung als tiefgläubiger Mensch folgend, hat er vor allem geistliche Werke komponiert. Wobei diese Kompositionen oft genug an Umfang, Besetzung und auch an interpretatorischen Ansprüchen die Möglichkeiten seiner bescheidenen Wirkungsstätte durchaus überschritten: einen Großteil hat er für den Kirchenchor in Pilsen geschrieben. Dazu gehört auch das 1805 entstandene „Stabat Mater“, vielleicht das wichtigste Werk Rybas überhaupt. Meisterlich instrumentiert und von hohem Anspruch an alle Interpreten. Nach eigenen Angaben schrieb Ryba das Stabat Mater innerhalb von sechs Wochen, bereits gezeichnet von schwerer, dauerhafter Krankheit. Erst 2015 wurde diese großartige Komposition im Druck publiziert und hier nun in Ersteinspielung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Nibiru NIB01622231, VÖ: 7.12.2016, 8595056601629