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Hier stellen wir einige Neuerscheinungen unserer Partnerfirmen vor

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Bielefelder Kataloge - Nummer 1 der internationalen Plattformen für Klassische Musik mit bibliographischem Aufbau

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Portraying Passion - Kurt Weill: Die sieben Todsünden - Marcus Paus: Hate Songs - Charles Ives: Five Songs; The Unanswered Question - Tora Augestad, Mezzosopran - Oslo Philharmonic Orchestra, Joshua Weilerstein, Christian Eggen

Wenn Tora Augestad zusammen mit den Osloer Philharmonikern ein musikalisches Porträt veröffentlicht, stehen Kurt Weill, Marcus Paus und Charles Ives auf der Speisekarte. Das Repertoire von Augestad für „Portraying Passion“ transferiert die musikalischen Qualitäten modernistischer und individualistischer Komponisten in den Blick des 21. Jahrhunderts. Die zeitgenössische Komposition von Paus erweitert die visionäre Dissonanz von Ives und die kontrastierenden melodischen Verschiebungen von Weills Orchestrierungen, bringt jedoch mit dem aufsehenerregenden Text und der kabaretthaften Präsentation etwas völlig Neues auf den Tisch. Parker und Brecht halten den konzeptionellen Weg der untertriebenen Satire gut aus, so dass sie durch den ätherischen, transzendentalen Text von Ives 'Liedern konterkariert werden und ein komplementäres Ganzes bildeten. Bringt die einzigartige Interpretation von Augestad in die Gleichung ein, erhalten die Zuhörer ein Programm, das von großen Spannungen und stilistischen Unterschieden lebt. Und darin zeigt sich die virtuose Kunstfertigkeit dieser Mezzosopranistin. Tora Augestad ist in Konzertsälen, Theater- und Kabarettbühnen sowie in zeitgenössischen Musikarenen gleichermaßen zu Hause. Durch die an Komponisten, neue Werke für sie zu schreiben, und durch die Zusammenarbeit mit ihren verschiedenen Ensembles sucht sie ständig neue Herausforderungen und den Austausch künstlerischer Ideen. Sie verfügt dank ihrer fesselnden Persönlichkeit über eine großartige Bühnenpräsenz. Augestad hat den Lotte-Lenya-Preis gewonnen und unter anderem mit dem Ensemble Modern, dem Klangforum Wien und Christoph Marthaler zusammengearbeitet.

Lawo Classics LWC1164, VÖ: 21.11.2018, 7090020181868

Carl Philipp Emanuel Bach – „für mich“ - Quartette Wq 93-95 - Duett für Flöte und Violine Wq 140 - Clavierfantasie fis-moll Wq 67 - Ensemble Klangschmelze: Swantje Hoffmann, Violine und Viola - Leonard Schelb, Traversflöte - Ricardo Magnus, Fortepiano

Dass es für einen Komponisten des 18. Jahrhunderts nicht immer einfach war, sich kompositorisch, ästhetisch und formell treu zu bleiben und gleichzeitig den Anforderungen gerecht zu werden, die an einen in fürstlichen Diensten stehenden Hofmusiker gestellt wurden, zeigt eine Notiz Bachs: „Weil ich meine Arbeiten für gewisse Personen und fürs Publikum habe machen müssen, so bin ich dadurch allezeit mehr gebunden gewesen, als bey den wenigen Stücken, welche ich bloß für mich verfertigt habe.” (Selbstbiographie in Carl Burney’s Tagebuch seiner musikalischen Reisen Bd.3, Hamburg 1773). Hier zeigt sich die Spannung zwischen dem eigenen künstlerischen Anspruch einerseits und der Notwendigkeit des Broterwerbs andererseits, bei dem auf den Geschmack „bestimmter Personen” Rücksicht genommen werden musste, unter anderem auf den Friedrichs des Großen, dem Carl Philipp Emanuel Bach dreißig Jahre als „Kammercembalist” am Berliner Hof diente. Während eine beachtliche Zahl der Werke C.Ph.E. Bachs große Verbreitung erlebte, blieben die Clavierquartette von 1788 nur einer Handvoll Musikliebhaber und Musiker bekannt. Zu diesen zählten unter anderen der große Joseph Haydn, der die Partituren von Wq 93 & Wq 94 besaß. Erst 1952 wurden die Werke in „moderner” Notentypographie gedruckt. In unsere Werkauswahl für die vorliegende Aufnahme haben wir zusätzlich zu Bachs drei Clavierquartetten ein innerhalb dieser Gattung ganz herausragendes Werk mit dem Titel „Carl Philipp Emanuel Bachs Empfindungen” aufgenommen. Wenn es je gelingen könnte, einem Komponisten ins Herz zu schauen, dann wohl bei diesem Stück größter Empfindsamkeit. Der Traum vieler Musiker ist es, mit Hilfe einer Zeitmaschine einmal einen Musikus vom Kaliber eines CPhE Bach improvisieren zu hören und möglichst unbemerkt seinen intimsten künstlerischen Gedanken zu lauschen. Die Fantasie in fis-Moll ist geradezu prädestiniert dafür, eine solche ersehnte musikalische Zeitreise zu erleben. In ihrer Eigenartigkeit, Originalität, Kompromisslosigkeit und Zukunftsvision sind die drei Clavierquartette und die Fantasie fis-Moll vor allem eins: Werke, die uns den „privaten” Bach zeigen. Gerade so, als hätte er uns sagen wollen: Nun komponiere ich für mich.

Ambitus AMB96957, VÖ: 21.11.2018, 4011392969574

Voilà Viola! - Vol. 2: Vive la France - Milhaud: Catalogue de fleurs, op. 60; Sonate Nr. 2, op. 244 - Françaix: Rhapsodie pour alto et piano
Koechlin: Sonate, op. 53 - Karin Dolman, Viola - Caecilia Boschman, Klavier

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts schrieben führende französische Komponisten Sonaten für Violine, Cello, Klaviertrios, -quartette und -quintette, dass es eine Lust war. Es sieht aber danach aus, als ob man die Bratsche links liegen ließ. Erst nach der Jahrhundertwende fand die Bratsche in Frankreich die ihr gebührende Beachtung als Kammermusikinstrument. Die SACD bringt aus dem sich dann entwickelnden Repertoire vier exemplarische Beispiele, die sehr schön den typisch französischen Stil der Moderne zeigen (bei aller Verschiedenheit der Personalstile), der sich so ganz anders entwickelte als in Deutschland.

Musicaphon M56976 (SACD hybrid), VÖ: 28.11.2018, 4012476569765

Hans Erich Apostel (1901-1972) - Klavierwerke zu Kubin und Kokoschka: Zehn Variationen über ein eigenes Thema nach der Mappe „Variationen über ein eigenes Thema“ von Oskar Kokoschka, op. 1 - Kubiniana, zehn Klavierstücke, op. 19 - Sechzig Schemen nach Zeichnungen von Alfred Kubin (Abenteuer einer Notenfeder), op. 138 - Thérèse Malengreau, Klavier

Die belgische Pianistin Thérèse Malengreau hat ein besonderes Interesse an der Beziehung zwischen Musik und den bildenden Künsten. Hier gibt sie den Hörern die seltene Gelegenheit, mit der Musik von Hans Erich Apostel bekannt zu werden, der 1938 von den Nazis unter die „entarteten Künstler“ eingereiht wurde und seitdem kaum mal auf Konzertprogrammen zu finden ist. Und zugleich wirft diese Aufnahme einen Blick auf die starke Interaktion zwischen Komponisten und Künstlern anderer Disziplinen während der ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts, dokumentiert in Bewegungen wie „Der blaue Reiter“, dem Kunstmagazin „Der Sturm“ oder der „Wiener Werkstatt“. Die drei Werkzyklen dieser SACD wurden von Zeichnungen Oskar Kokoschkas und Alfred Kubins inspiriert; zwei davon sind hier in Ersteinspielung zu hören. Es sind expressive und intensive Reflektionen, keine unmittelbaren Bildbeschreibungen.

BIS BIS-SACD-2405, VÖ: 28.11.2018, 7318599924052

Muy Hermosa es María - Villancicos aus La Real Audencia de Quito (Ecuador, ca. 1700) - Música Temprana, Adrián Rodríguez Van der Spoel

Die losen Manuskripte, die Jorge Isaac Cazorla im Archiv der Diözesianverwaltung von Ibarra fand, Villancicos aus dem späten 17. Jahrhundert, sind nur die Spitze des Eisbergs einer Produktion, die erstaunlich groß gewesen sein muss. Denn das historische Zentrum von Quito, von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt, birgt mit seinen 40 Kirchen, 16 Klöstern und mehr als 5000 historischen Gebäuden ein reiches musikalisches Erbe. Leider gingen schon viele Archive verloren durch Naturkatastrophen, aber auch durch Gleichgültigkeit. Die Villancicos, Vokalmusik mit instrumentaler Begleitung, stehen in der spanischen Tradition des 17. Jahrhunderts und beziehen sich unverkennbar auf Volksmusik. Die Ibarra-Manuskripte zeugen von einem reichen musikalischen Leben in den Klöstern; viele Texte wurden von Nonnen vertont (und gesungen). Denn die Manuskripte sprechen konstant von Frauen. Dem Ensemble ist es daher ein Anliegen, diesen anonym gebliebenen Komponistinnen mit dieser Einspielung zu der Beachtung zu verhelfen, die sie verdienen.

Cobra COBRA0068, VÖ: 5.12.2018, 8713897904376

Eugène Bozza (1905-1991) - Le chant de la mine - Gosset, Laulan, Obrecht, Ottevaere, Kerckaert - Orchestre Valentiana, Nicolas Bucher

Eugène Bozza, Sohn eines Italieners, studierte am Conservatoire de Paris und schloss 1924 im Fach Violine, 1930 im Fach Dirigieren und 1934 im Fach Komposition ab. Ebenfalls 1934 war er Träger des renommierten Prix de Rome mit seiner Kantate „Légende de Roukmani“. 1939 bis 1948 war er Dirigent an der Pariser Opéra Comique, danach Direktor des Konservatoriums in Valenciennes bis 1975. Bozza schrieb zahlreiche Werke für Kammermusik, besonders für Holzbläser. Die meisten kammermusikalischen Werke entstanden ab Mitte der 1950er Jahre, als Bozza Direktor des Konservatoriums von Valenciennes wurde. In seinem Werk klingen immer wieder Impressionen an die Landschaft der Provence an. Das 1956 geschriebene „Le Chant de la mine“ ist das erste Oratorium, das sich der Verehrung jener Männer widmet, die Tag für Tag unter Einsatz ihres Lebens die Kohle aus den Bergwerken des Nordens förderten.

Indésens INDE120, VÖ: 5.12.2018, 3760039831439

Peter Tschaikowsky - Pique Dame - Marinkovic, Gligorijevic, Popvic, Bugarinovic, Heybal, Cvejic, Petrovic, Veselinovic - Chor der jugoslawischen Armee - Kinderchor von Radio Belgrad - Orchester der Nationaloper Belgrad, Kresimir Baranovic

Dies ist die erste CD-Veröffentlichung der ersten Stereo-Aufnahme von Tschaikowskys Meisterwerk. Im Verlauf des Jahres 2018 bot Eloquence erstmals auf CD alle sieben russischen Opern an, die 1955 von der Decca mit dem Ensemble der Belgrader Oper aufgenommen worden waren. Zwei Interessen trafen sich damals: Das Belgrader Ensemble war gerade von einer sehr erfolgreichen Tournee durch die Schweiz mit „Boris Godounow“ zurückgekommen und wollte international weiter auf sich aufmerksam machen, und die Decca suchte nach Möglichkeiten, ihren noch schmalen, aber schnell wachsenden Katalog an Stereo-Aufnahmen und Aufnahmen des russischen Opernrepertoires zu erweitern. Das war bis dahin noch nie in der Originalsprache eingespielt worden.

Eloquence ELQ4826903, PC: DC (3 CD), VÖ: 12.12.2018, 0028948269037

Joseph Haydn - Symphonien: Nr. 44 e-moll „Trauer“ - Nr. 45 fis-moll „Abschied“ - Nr. 46 H-dur
Nr. 47 G-dur N - r. 48 C-dur „Maria Theresia“ - Nr. 49 f-moll „La Passione“ - English Chamber Orchestra, Daniel Barenboim

20 Jahre lang hatte Daniel Barenboim das English Chamber Orchestra bereits dirigiert, als er die erste von drei hier zusammengefassten LPs einspielte. Eine feurige, knisternde, dynamische Wiedergabe der sechs Symphonien aus Haydns „Sturm und Drang“-Periode. Ohne Bezug auf den Klang historischer Instrumente (er lehnte „historische Aufführungspraxis“ stets ab) versteht er es, den spezifischen Charakter jeder Symphonie prägnant herauszuarbeiten. Diese aufregenden Interpretationen entstanden bei Studioaufnahmen in Edinburgh und London zwischen 1975 und 1978.

Eloquence ELQ4840136, PC: BG (2 CD), VÖ: 12.12.2018, 0028948401369

Klingende Toleranz - Rekonstruktion eines Synagogenkonzertes, Leipzig 1926 - Werke von Johann Sebastian Bach, Salomone Rossi, Georg Friedrich Händel, Arcangelo Corelli, Louis Lewandowski, Samuel Lampel, Salomon Jadassohn, Arnold Mendelssohn und Felix Mendelssohn Bartholdy - Anja Pöche – Sopran; Susanne Langner – Alt; Kantor Assaf Levitin – Bassbariton; Henrik Hochschild – Violine; Tilmann Löser – Orgel; Thomasorganist Ullrich Böhme – Orgel; Leipziger Synagogalchor; Kammerchor Josquin des Préz; Leitung: Ludwig Böhme

Am 14. März 1926 fand in der Leipziger Gemeindesynagoge Ecke Gottsched-/Zentralstraße ein besonderes Konzert statt. Leipziger Bürger und Gäste, gleich welchen Glaubens, waren eingeladen, eigene Eindrücke von der Kultur der Juden zu sammeln. Sie sollten die Möglichkeit erhalten, sich zu begegnen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und Unterschiede als gegenseitige Bereicherung zu erleben. Damit suchten die Organisatoren nicht zuletzt jene anzusprechen, die vielleicht noch nie im Leben ein jüdisches Gotteshaus betreten hatten und Vorbehalte hegten: Die Synagogen-Konzerte sollten natürlich auch ein breites Publikum anlocken, die Türen der Synagoge wurden weit geöffnet für alle, nicht nur für Gemeindemitglieder. Die großen Namen wie Bach, Händel oder Mendelssohn wurden kombiniert mit Meisterwerken synagogaler Musik. Das Leipziger Publikum hörte nun plötzlich auch Kompositionen von Salomone Rossi, Louis Lewandowski und natürlich vom damaligen Kantor Samuel Lampel. Die vorliegende CD des Leipziger Synagogalchors, eingespielt mit zahlreichen Gästen, rekonstruiert das Programm dieses Konzertes und macht ein Stück Leipziger Stadtgeschichte wieder lebendig – aus einer Zeit, in der Musik jüdischen und christlichen Ursprungs zusammengeführt wurde, damals dargeboten von einem Chor jenseits konfessioneller Grenzen. Die Kraft der Musik verbindet also. Und sie belohnt Mitwirkende und Hörer für ihre Offenheit und Toleranz gegenüber dem „Unbekannten“ mit wunderbaren musikalischen Entdeckungen. Mit der Einspielung dieses Konzertprogramms möchten Ludwig Böhme und der Leipziger Synagogalchor zeigen, zu welch klangvollen Resultaten dieses unkomplizierte und pragmatische Miteinander von Juden und Nichtjuden geführt hat – eine „Klingende Toleranz“, die auch heute noch inspirierend wirken kann!

Querstand VKJK1812,  VÖ: 16.1.2019, 4025796018127

Wolfgang Amadeus Mozart - Sämtliche Klavierkonzerte - Jos van Immerseel, Pianoforte - Anima Eterna Brugge

Eine Neuauflage einer großartigen Sammlung gefeierter Aufnahmen von Mozarts Klavierkonzerten, aufgenommen 1990/91 auf historischen Instrumenten und klanglich noch immer frisch und schön. Jos van Immerseel hat eine beeindruckende Sammlung von historischen Tasteninstrumenten aufgebaut, so dass er zu jedem Werk das passende Instrument bereithält. Das hat zur Folge, dass seine Instrumente auch mit ihm zu den verschiedenen Konzertorten reisen. Immerseel hat großen Respekt vor Mozart, nicht als eine Denkmal oder ein Wunderkind, ein „Amadeus“, sondern Respekt für das Handwerk und die unglaubliche Kreativität dieses Komponisten. „Mozart wusste genau, was er tat.“ – Anima Eterna Brugge steht unter der ständigen musikalischen Leitung von Jos van Immerseel, der das Orchester behutsam vom kleinen Kammerensemble zum vollen Orchester entwickelt hat. 1985 brachte er sechs Streicher zusammen, um die Werke von Bach zu studieren, und zwei Jahre später wurde die Gruppe schon zu einem Barockensemble von siebzehn Musikern erweitert. Im Jahr 1989 begann das mittlerweile 25 Musiker starke Ensemble, am Repertoire der Wiener Klassik zu arbeiten. Der Erfolg kam unaufhaltsam, und 1990 wurde Anima Eterna Brugge vom Amsterdamer Concertgebouw in die Reihe der „World famous Baroque Orchestras“ aufgenommen. Mozarts sämtliche Klavierkonzerte bildeten den Schwerpunkt der Tätigkeit für die nächsten zwei Jahre, mit Konzertzyklen unter anderem in Kyoto und Tokio und der Aufnahme von 10 weltweit gelobten CDs. Um eine New Yorker Kritik zu zitieren: „Kein Orchester in historischer Aufführungspraxis hat jemals besser geklungen.“

Channel Classics CCSSEL6818, (10 CD), VÖ: 16.1.2019, 723385068181

Enrique Soro (1884-1954) - Sonaten für Violine und Klavier: Sonate d-moll - Sonate a-moll - Jérome Simon, Violine - Charles Lavaud, Klavier

Enrique Soro Barriga stammte aus Concepción (Chile). Dank eines staatlichen Stipendiums war es ihm möglich, am Konservatorium in Mailand Klavier und Komposition zu studieren (das auch sein Vater schon absolviert hatte). 1904 schloss er das Studium mit höchster Auszeichnung ab. 1905 kehrte er nach Chile zurück und trat ins Konservatorium von Santiago ein, dessen Direktor er 1919 wurde. Vielfältig waren seine Kontakte und Aktivitäten; so konzertierte er von 1915 bis 1916 in New York (Carnegie Hall) und konnte mit dem Musikverlag Schirmer einen Publikationsvertrag abschließen. Auf seiner zweiten Europareise (1922-23) machte er die Bekanntschaft von Musikern wie Casals, Paderewski, Busoni, Rubinstein, Mascagni, Massenet u.a.); wichtige Orchesterwerke aus seiner Feder wurden von den Berliner Philharmonikern gespielt. Soro war ein starker Impulsgeber für die Entwicklung der klassischen Musik in Chile.

Le Chant de Linos CL18141,  VÖ: 23.1.2019, 5425016541418

Fenster zum Garten - Tschechische Klaviermusik - Suk: Liebeslied op. 7,1 - Kvapil: Durch das Tal von Gram und Sorgen - Martinu: Fenster zum Garten - Kabelac: Kurze Klavierstücke - Janacek: Im Nebel - Ksenia Kouzmenko, Klavier

Zwei Ersteinspielungen hat diese CD zu bieten mit den Werken von Kvapil und Kabelac. Dieses Projekt ist die Fortsetzung zur CD „Whispering Leaves“ mit Werken von Janacek, Palenicek und Martinu, die Ksenia Kouzmenko und die tschechische Cellistin Lucie Stepanova 2018 auf Cobra veröffentlichten (COBRA0069). Ksenia Kouzmenko ist international bekannt für ihr sensitives und technisch brillantes Klavierspiel und eine gefragte Partnerin für Kammermusik. Derzeit entdeckt sie mit Vergnügen die inspirierenden klanglichen Möglichkeiten eines Érard Grand Piano.

Cobra COBRA0070, VÖ: 23.1.2019, 8713897904406

René de Boisdeffre (1838-1906) - Werke für Cello und Klavier - Luca Fiorentini, Cello - Jakub Tchorzweski, Klavier

Ersteinspielung - Boisdeffre erfreute sich als Komponist großen Zuspruchs zu seinen Lebzeiten, ist heute aber nahezu vergessen. Er schuf über 60 Kammermusikwerke, dazu Musik für Klavier und einige Lieder. Sein kammermusikalisches Schaffen ist von Lalo und Saint-Saëns beeinflusst. Im Mai 1883 wurde er mit dem Prix Chartier für seine Kammermusik ausgezeichnet.

Acte Préalable AP0418, VÖ: 30.1.2019, 5901741654185

Juliusz Wertheim (1880-1928) - Klavierwerke - Elzbieta Tyszecka, Klavier

Ersteinspielung - Wertheim wurde in eine prominente, zum Protestantismus konvertierte Warschauer Familie jüdischer Herkunft geboren. Der Vater war ein Stiefbruder von Carl Tausig und ein erfolgreicher Bankier. Die Mutter machte sich einen Namen als Sängerin. 1893 erhielt Wertheim Klavierunterricht bei Rudolf Strobl, der ihn nach Berlin schickte, um Komposition bei Heinrich Urban und Klavier bei Moritz Moszkowski und Karl Heinrich Barth zu studieren. Wertheim kehrte dann an das Warschauer Konservatorium zurück, um bei Zygmunt Noskowski Theorie zu studieren, und schloss ihn 1901 mit einer Goldmedaille ab. 1915-1916 war er Assistenzdirigent der Warschauer Philharmonie und einige Jahre lang Professor am Warschauer Konservatorium, lebte später als Komponist in Berlin. Bis 1924 hatte er 4 Sinfonien geschrieben und veröffentlicht, viele Klavierwerke einschließlich Sonaten und Variationen sowie viele Lieder. – Die Wertheims unterhielten einen bedeutenden Salon in Warschau, und der junge Arthur Rubinstein wurde im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts ebenso in ihn hineingezogen wie Josef Hofmann. Rubinstein wurde stark von Wertheims Herangehen an das Spiel von Chopins Musik beeinflusst. Im Februar 1904 spielte er Wertheims Fantasie und Brahms‘ erstes Klavierkonzert, Wertheim dirigierte das Warschauer Philharmonie-Orchester. Trotz seines musikalischen Verständnisses besaß Wertheim eine fehlerhafte und unzuverlässige Klaviertechnik. Juliusz Wertheim starb an einem Herzinfarkt, als er am 6. Mai 1928 in einem Rundfunkkonzert Wagners Meistersinger-Vorspiel mit dem Warschauer Philharmonischen Orchester dirigierte.

Acte Prealable AP0428, VÖ: 30.1.2019, 5901741654284

Ludwig van Beethoven - Klaviersonaten: Nr. 31 As-dur, op. 110 - Nr. 32 c-moll, op. 111 + Sechs Bagatellen, op. 126 - Yevgeny Sudbin, Klavier

Nach der Aufnahme von Beethovens Klavierkonzerten, von der internationalen Kritik gefeiert, kehrt Sudbin nun zu späten Solo-Klavierwerken zurück. Die beiden letzten Klaviersonaten entstanden nur wenige Jahre vor dem Tod des Komponisten, der als im Alter jähzornig, übellaunig und misanthropisch beschrieben wird. Sudbin allerdings empfindet ihn anhand dieser späten Meisterwerke anders: „warmherzig, großzügig und weise, mit unerwarteten Ausbrüchen augenzwinkernden Humors“ erscheint er ihm, Wesenszüge, die auch zu einem vollständigen Bild Beethovens gehören und in seinen Interpretationen aufscheinen.

BIS BIS-SACD-2208, VÖ: 6.2.2019, 7318599922089

Tan Dun (*1957) - Fire Ritual – Violinkonzerte - Violinkonzert „Rhapsody and Fantasia“: I. Rock the Violin in Rhapsody - II. A Dream Out of Peking Opera - Violinkonzert „Fire Ritual“ - Eldbjørg Hemsing, Violine - Oslo Philharmonic Orchestra, Tan Dun

2010 lernten sich der chinesische, in New York lebende Komponist Tan Dun und die norwegische Geigerin Eldbjørg Hemsing während der Shanghai World Expo kennen, wo Hemsing Tans „Love Concerto“ uraufführte. Beide haben starke Wurzeln in der reichen musikalischen Tradition ihrer Herkunftsländer, und aus diesem Zusammentreffen entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit. Hemsing hat seither schon einige Werke des Komponisten international uraufgeführt. „Fire Ritual“, das Konzert, dass dieser SACD seinen Namen gab, schrieb Dun mit Hemsing als Interpretin im Blick. Es ist ein Memorial für die Opfer von Kriegen in vier Sätzen, im September 2018 uraufgeführt. Auch das eröffnende Konzert „Rhapsody and Fantasia“ ist für Hemsing geschrieben; es basiert auf früheren Werken. In beiden Konzerten bringt Dun die schamanistische und spirituelle Welt seiner Kindheit mit der Disziplin und Philosophie der Pekingoper zusammen. „Eine Reflektion meiner frühen Kindheitserinnerungen, gesehen durch die Linse meiner gegenwärtigen musikalischen Klangwelt.“

BIS BIS-SACD-2406, VÖ: 6.2.2019, 7318599924069

Jean Cras (1879-1932) - Kammermusik: Quintett für Klavier und Streicher - Quartett „À ma Bretagne“ - Quatuor Sine Qua Non - Jean-Pierre Ferey, Klavier

Cras hatte eine für einen Komponisten ungewöhnliche Biografie. Sein Vater, Chefarzt der französischen Marine, und seine Mutter waren leidenschaftliche Musikliebhaber; in dieser Atmosphäre begann Cras im frühen Kindesalter mit dem Klavierspiel. Mit 13 Jahren legte er seine erste Komposition vor, die er am Klavier öffentlich vortrug. Ab dem 17. Lebensjahr besuchte er die Marineschule. Seine Mußestunden verbrachte Cras mit Musizieren und Komponieren. 1899 hatte er bereits eine Messe, mehrere Motetten und das Trio Voyage Symphonique komponiert. Um die Jahrhundertwende begann eine innige und lang andauernde Freundschaft zu dem Komponisten Henri Duparc, der ihm die Streichquartette Beethovens zum analytischen Studium empfahl. In seiner militärischen Laufbahn war Cras Lehrer an der Marineschule. Hier erdachte er einen Winkelmesser als Navigationshilfe (Règle Cras), die bis zur Einführung der satellitengestützten Navigation auf jedem Schiff in Gebrauch war. Im Ersten Weltkrieg war er Kommandeur eines Torpedobootes. Durch Admiral Auguste Boué de Lapeyrère wurde er als ein Offizier erster Klasse benannt und rückte so in den Marinestab auf. Inzwischen vollendete er seine Oper Polyphème (Libretto von Albert Samain), die am 22. Dezember 1922 an der Opéra-Comique uraufgeführt wurde. Während seiner Zeit als Kommandeur verschiedener Schiffe nahm er stets ein Klavier mit an Bord, um, wie er sich ausdrückte, einer inneren Stimme zu gehorchen, die ihn zum Komponieren anregte. Im Februar 1932 führte seine Tochter Collette Cras, die spätere Ehefrau des Komponisten Alexandre Tansman, das ihr gewidmete Konzert für Klavier und Orchester auf. Ab 1931 war Cras im Dienstgrad eines Konteradmirals verantwortlicher Generalmajor des Kriegshafens von Brest, eine Position, die er bis zu seinem plötzlichen Tod nach kurzer Krankheit im September 1932 innehatte.

Skarbo DSK4181, VÖ: 13.2.2019, 3375250418101

Jan Dismas Zelenka - Psalmi Varii Separatim Scripti: Lauda Jerusalem; Laudate pueri; De profundis; Dixit Dominus; Confitebor tibi Domine; Laetatus sum; Ecce nunc benedicite - Ensemble Inégal - Prague Baroque Soloists, Adam Viktora

Teilweise Ersteinspielung - Diese Kompositionen gehören zum vierten, abschließenden Zyklus von Psalmvertonungen des Dresdener Meisters, mit denen er das ganze Kirchenjahr abgedeckt hat. 1726 begann Zelenka damit, die ersten drei Psalmzyklen in sein „Inventarium rerum Musicarum Ecclesiae servientium“ aufzunehmen. Unter dem Titel „Psalmi Vespertini totius anni“ demonstrieren seine 33 Vesperkompositionen, aufgeteilt in drei Sammlungen über drei Jahre die Verbindung zur katholischen Hofkirche Dresdens, die der Heiligen Dreieinigkeit geweiht war. Die hier eingespielten Psalmen gehören nicht zu diesem Plan; es waren offensichtlich ergänzende Werke für verschiedene Gelegenheiten. Darunter finden sich die längsten und brillantesten aller Psalmvertonungen Zelenkas, gemischt mit Werken großer Schlichtheit. Diese waren sicher für eine Aufführung durch die Kapellknaben des höfischen Kirchenensembles gedacht; die virtuoseren eher für die Sänger und Instrumentalisten der berühmten Hofkapelle.

Nibiru NIB01652231, VÖ: 13.2.2019, 8595056601650

Christoph Graupner (1683-1760) - Für Viola d‘amore und mehr Konzerte für Viola d‘amore (+ Viola oder Flöte) und Orchester + Jerzy Dobrzanyki: Konzert für Viola d‘amore und Orchester „im barocken Stil“ - Donald Maurice, Viola d‘amore - Marcin Murawski, Viola - Ewa Murawska, Flöte - Orchestra Ars Longa, Eugeniusz Dabrowski

Mit diesem Film wollen die Künstler sowohl über Christoph Graupner berichten, einen der interessantesten Zeitgenossen Bachs, der heute leider viel zu wenig in Konzertprogrammen zu finden ist, wie auch über das nicht minder interessante Instrument Viola d‘amore, das übrigens auch von Bach geschätzt und eingesetzt wurde. Wie die Viola da gamba verschwand die Viola d‘amore Ende des 18. Jahrhunderts zusehends; sie wurden abgelöst von der bis dahin nebeneinander bestehenden Familie der Violininstrumente, denen es leichter gelang, die zunehmend größer werdenden Konzertsäle klanglich zu füllen.

Acte Préalable APV002, (DVD Video), VÖ: 20.2.2019, 5901741650026

Morton Subotnick (*1933) - Sämtliche Klavierwerke, vol. 4: The Other Piano - Falling Leaves - Liquid Strata - Preludes for Piano - SooJin Anjou, Klavier - orton Subotnick, Electronics und Stimme

Schwerpunkt dieser Folge sind von Subotnick so genannte „Ghostpieces“. Dabei werden vorab aufgenommene „vocal energy shapes“ per Playback einem Synthesizer zugespielt, der wiederum Lautsprecher adressiert, die vor der Pianistin auf der Bühne stehen. Die soll also gar nicht wissen, was vor ihr passiert, sondern unbeeinflusst für das Publikum spielen. Und so bilden sich mit Livemusik vom Klavier und Presets vom Synthesizer zwei musikalische Dimensionen gleichzeitig ab.

Mode MODE306, VÖ: 20.2.2019, 764593030621

Gustav Mahler - Symphonie Nr. 7 e-moll - Budapest Festival Orchestra, Iván Fischer

Als Iván Fischer vor über 30 Jahren das Budapest Festival Orchestra gründete, wurde ein ganz persönlicher Traum Wirklichkeit. Zur Philosophie dieses Orchesters gehört das absolute Fehlen jeglicher eingeschliffenen Routine. Stets gehen die Musiker aufs Risiko, zeigen Eigeninitiative und haben die Freiheit, vermeintliche interpretatorische Weisheiten zu hinterfragen – und es anders zu machen. Jedes Konzert ist daher eine fröhliche Entdeckung unbekannten Territoriums, eine Reise zu neuen Horizonten in der Musik. Bekannte Werke überraschen plötzlich mit Unerwartetem, als würden sie zum ersten Mal gespielt. Es ist dieser neuartige Zugang zur Musik, zugleich das permanente Streben nach Perfektion, das dieses Budapest Festival Orchestra als jüngstes unter den 10 höchstbewerteten Orchestern der Welt erscheinen lässt.

Channel Records CCSSA38019, VÖ: 27.2.2019, 723385380191

Reason in Madness - Lieder von Brahms, Schumann, Strauss, Koechlin, Debussy, Duparc, Wolf, Schubert, Chausson - Carolyn Sampson, Sopran - Joseph Middleton, Klavier

Immer schon waren (vermeintlich) wahnsinnige Frauen Subjekte besonderer „Aufmerksamkeit“. Sie wurden als Hexen verbrannt, in die Verbannung geschickt oder waren dankbare Opfer der Psychoanalyse. Aber sie faszinierten auch gerade Dichter und Komponisten. Für dieses Album haben Carolyn Sampson und Joseph Middleton ein Programm zusammengestellt, das den unterschiedlichen Zugang von Komponisten zu den Geschichten solcher Frauen zeigt, Geschichten, die sie als verwundbar, verwundet und bloßgestellt zeigen. Ein Aphorismus von Nietzsche ist das Motto dieser Produktion: „Es liegt immer etwas Wahnsinn in der Liebe, aber es gibt auch immer einen Grund für den Wahnsinn.“

BIS BIS-SACD-2353, VÖ: 27.2.2019, 7318599923536

Mozart - Werke in Bearbeitungen: Symphonie Es-dur KV 543 - Fuge g-moll KV 401 - Quartett g-moll KV 478 - Lisa Schäfer, Gregor Hollmann, zwei Cembali und Cembalo vierhändig

Dies ist eine wirklich spektakuläre Ersteinspielung! Mozarts große Es-Dur Sinfonie und sein Clavierquartett g-Moll in der einzigartigen Fassung für zwei Cembali – entstanden im späten 18. Jahrhundert für den Hof in Dresden. Ein virtuoses, farbiges und berauschendes Zeugnis aus der Spätzeit des Cembalos.

Ambitus AMB95601, VÖ: 6.3.2019, 4011392956017

Othmar Schoeck (1886-1957) - Vom Fischer un syner Fru, dramatische Kantate op. 43 - Rachel Harnisch, Sopran - Jörg Dürmüller, Tenor - Jordan Shanahan, Bass - Musikkollegium Winterthur, Mario Venzago

Als Othmar Schoeck im Sommer 1928 begann, „Vom Fischer un syner Fru“ zu komponieren, befand er sich für einen längeren Aufenthalt in Werner Reinharts Ferienhaus an der „Fluh“ in Maur am Greifensee. Der Winterthurer Kaufmann Reinhart (1884–1951), der im Familienunternehmen Gebrüder Volkart tätig war und ein beachtliches Vermögen besaß, war auch ein Mäzen der Musik. Er unterstützte zahlreiche musikalische Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts (wie Igor Strawinsky und Paul Hindemith, um nur zwei der wichtigsten zu nennen) in seiner offiziellen Funktion als langjähriges Vorstandsmitglied des Musikkollegiums Winterthur und auch als Privatperson in Form eigener finanzieller Beiträge.
Das Thema der Kantate basiert auf der Erzählung in den Märchen der Brüder Grimm. Zusammen mit seinem guten Freund Armin Rüeger, mit dem er sich im Juni 1928 für zwei Wochen in Bischofszell aufhielt, suchte Schoeck in der Sammlung nach einem neuen Thema für eine Oper. Als er auf dieses Märchen stieß, wollte er es sofort vertonen, wahrscheinlich weil er die Geschichte aus der Oper „Ilsebill“ von Friedrich Klose (1862–1942), einem Schüler Bruckners, bereits sehr gut kannte. Die war zusammen mit Schoecks eigener Oper „Venus“ auf dem Internationalen Musikfestival in Zürich im Mai 1922 aufgeführt worden.
Es scheint, dass Schoeck das Wesentliche der Handlung in einem eigenen Werk in Musik setzen wollte, weil er es vor allem nicht gemocht hatte, dass Kloses Komposition die einzelnen Szenen (einige von ihnen mit historisierenden Bühnenbildern) zu sehr betonte (in der Art Richard Wagners). Im Gegensatz dazu meinte er, „der dramatische Aspekt des Materials“ läge „in seiner Reihenfolge, in seiner Verstärkung.“

Claves CLA50-1815, VÖ: 6.3.2019, 7619931181523

Klarinettentrios - Paul Juon: Trio Miniaturen - Max Bruch: Acht Stücke op. 83 - Friedrich Wilhelm Voigt: Nocturne op. 75 - Søren Birkelund, Klarinette - Ulrikke Høst-Madsen, Cello - Merete Westergaard, Klavier

Die vier Miniaturen des Schweizer Komponisten Paul Juon reflektieren seine Kindheit in Russland. Es ist melodische, intime Musik mit klarem Rückbezug auf Tschaikowsky und Strawinsky. – Max Bruch war 72, als er seine Acht Stücke für seinen Sohn Max Felix schrieb. Sie zeigen einen folgerichtigen dramaturgischen Aufbau, beginnend mit einem ruhigen Erwachen und hinführend zu komplexen Ausbrüchen. Typisch für Bruch ist auch hier sein hochromantischer Stil, völlig unbeeinflusst von den Umwälzungen, die im Werk Schönbergs, Strawinskys oder Bartóks deutlich werden. – Friedrich Wilhelm Voigts Nocturne steht in scharfem Kontrast zu den vielen Märschen, die er als hochrangiger Militärmusiker schrieb. Das charmante Werk enthält sowohl Elemente der Salon- wie auch der Bühnenmusik, denn es gibt sogar ein kurzes Rezitativ. Und stets alternieren einfache Melodien mit pompösem Drama.

Danacord DACOCD838, VÖ: 13.3.2019, 5709499838006

Othmar Schoeck (1886-1957) - Das Schloss Dürande - Adams, Gordeladze, Stickert, Andersen, Cloete, Shanahan, Bello, Boyce, Feyfar, Lee - Konzertchor Theater Bern - Berner Symphonieorchester, Mario Venzago

Ersteinspielung - An der Berliner Staatsoper wurde die Oper im April 1943 uraufgeführt. Doch nach nur vier Aufführungen wurde das Werk auf Weisung von Hermann Göring abgesetzt („das ist Bockmist“), möglicherweise wegen des generell schwachen Librettos von Hermann Burte nach der gleichnamigen Novelle von Joseph von Eichendorff, wahrscheinlich vor allem aber wegen des alles andere als heroischen Schlusses. Doch das Libretto, das Schoeck selbst bei dem Dichter Burte in Auftrag gegeben hatte, huldigt den Nazis in unmissverständlicher Weise. Schoeck, eigentlich jeglicher Sympathien zum Nationalsozialismus unverdächtig, hat vermutlich aus einer opportunistischen Haltung heraus mitgespielt, denn nach der Dresdener Uraufführung von „Massimilia Doni“ im Jahr 1937 wollte er unbedingt auch in der „Reichshauptstadt“ zum Erfolg kommen. Für den Rettungsversuch der Berner Produktion, begleitet von einem Forschungsprojekt der Berner Universität, hat nun der Schriftsteller Francesco Micieli aufgeräumt: Weg mit pathetischen Stabreimen und anderem braunen Kitsch, dafür Rückkehr zur Welt des Romantikers Joseph von Eichendorff. Der hatte seine Novelle „Das Schloss Dürande“ 1836 geschrieben. Er beschrieb darin die nicht standesgemäße Liebesbeziehung zwischen einem Adeligen und einer Försterstochter. Der Bruder der Försterstochter sieht die Familienehre verletzt und wird schließlich zum Ehrenmörder, bevor er selbst den Freitod wählt. Eichendorff verknüpfte diese Handlung mit dem Gang der Französischen Revolution; die Novelle wurde in ihrer Urfassung zu einem Klassiker.

Claves CLA50-1902, (3 CD), VÖ: 13.3.2019, 7619931190228