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Sir Edward Elgar (1857-1934) - Symphony No. 1 As-Dur op. 55 - Cockaigne (In London Town) op. 40 - Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, Sakari Oramo

Im Winter 1900/1901 begann Elgar seine Skizzen zur 1. Symphonie, aus denen dann allerdings erstmal die Cockaigne Overture entstand, ein ungeniert populistisches Portrait des „Old London“ incl. pfeifenden Straßenjungen und Militärbands. Sieben Jahre später war dann auch die 1. Symphonie aufführungsreif und wurde mit triumphalen Erfolgen in Manchester und London gespielt. Ein ganz wichtiger Durchbruch für Elgar und eine Bestätigung seines kompositorischen Weges, wie er selbst später erklärte.

BIS BIS-SACD-1939, VÖ: 11.6.2014, 7318599919393

Johann Wilhelm Hertel (1727-1789) - Bläserkammermusik: Trio C-Dur für Oboe und Orgel / Concerto à cinque D-Dur / Trio F-Dur für Oboe und Orgel / Sonata à quattro Es-Dur / Sonata d-Moll für Oboe und Orgel - Adolph Heinrich Sponholz: Jesus, meine Zuversicht (Choralvorspiel für Oboe und Orgel) - Karla Schröter, Barockoboe - Ensemble Concert Royal Köln

Ersteinspielung - Hertels Vater Johann Christian war ein berühmter Gambist und, bis zu deren Auflösung 1741, Konzertmeister der Eisenacher Hofkapelle. Auf Empfehlung von Franz Benda bekam er später eine Anstellung als Konzertmeister am Hof von Mecklenburg-Strelitz. Sein Sohn Johann Wilhelm erhielt schon sehr früh Musikunterricht bei dem Eisenacher Bach-Schüler Johann Heinrich Heil und begleitete den Vater bereits mit zwölf Jahren als Cembalist auf dessen Konzertreisen. Die Jahre 1747 und 1748 dienten der Vervollkommnung seiner Ausbildung, dieses Mal in Berlin. Dort hatte er Kontakt mit den Brüdern Benda, Carl Heinrich Graun und Carl Philipp Emanuel Bach und hielt diese Kontakte mit der Berliner Schule auch weiterhin aufrecht. 1752 wurde Hertel Hof-Compositeur am Fürstenhof in Schwerin. 1767 wurde die Hofkapelle nach Ludwigslust verlegt, wo Hertel die Kinder der fürstlichen Familie unterrichtete und den Hof mit Kompositionen versorgte. Mit der Werkauswahl, die auf dieser SACD vorgestellt wird, erfährt ein höchst interessanter Komponist eine Wiederbelebung und gleichzeitig bietet die SACD nicht zuletzt dank ausführlicher Einführungen im Booklet einen Einblick in das Musikleben eines typischen Hofes in der deutschen Provinz in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Musicaphon M56958 (SACD hybrid), VÖ: 11.6.2014, 4012476569581

André-Modeste Grétry (1741-1813) - Guillaume Tell. Komische Oper in drei Akten von Michel-Jean Sedaine - Laho, Gillet, Lhote, Devos, Kowalski, Delcour, Cifolelli, Joakim - Chor und Orchester der Opéra Royal de Wallonie, Claudio Scimone - Regie: Stefano Mazzonis di Pralafera

Ersteinspielung auf DVD - Die Legende vom Schweizer Nationalhelden ist bei Opernkomponisten nie sonderlich populär gewesen; Opernliebhaber werden sich wohl nur an Rossinis „Guillaume Tell“ als eines seiner allerdings besten Werke erinnern. Und Rossinis Meisterwerk ist denn auch die einzige Oper dieses Titels, das sich konstant in den Spielplänen gehalten hat. Dabei hatte sie 83 Jahre früher einen Vorgänger, das Werk aus der Feder des Belgiers Grétry, 1791 für die Pariser „Comédie Italienne“ geschrieben. Aus Anlass von dessen zweihundertstem Todestag erlebte sie im Juni 2013 eine Neuproduktion an der Opéra Royal de Wallonie. Es ist eine kurze dreiaktige Oper, die musikalisch mit Schweizer Lokalkolorit spielt, dabei den Stilkriterien des Sturm und Drang verpflichtet ist, aber in der Durchkomposition langer Strecken schon Beethovens „Fidelio“ voraus nimmt. Und wie „Fidelio“ ist auch Grétrys „Guillaume Tell“ ein durchaus politisches Werk, dass die Errungenschaften der französischen Revolution feiert.

Dynamic CDS37694, (DVD Video), VÖ: 18.6.2014, 8007144376949

Philippe Gaubert (1879-1941) - Kammermusik für Flöte und Klavier: Suite/ Sonaten / Berceuse / Deux esquisses / Sicilienne / Madrigal / Divertissement grec / Romanzen / Nocturne / Fantaisie / Ballade - Vincent Lucas, Bastien Pelat, Flöte, Laurent Wagschal, Klavier

Der zu Lebzeiten berühmte Gaubert, Direktor der Pariser Oper, war auch Dirigent der „Societé des Concerts du Conservatoire“. Als Lehrer für Flöte und Dirigieren am Konservartorium schrieb er zahlreiche Werke für sein Lieblingsinstrument und spielte es übrigens auch als 1. Flötist sowohl der Oper wie auch der Konzertvereinigung. Als einer der Mitgründer der „Ecole Française de Flute“ wurde er weltweit bewundert. Seine Werke werden hier vorgestellt von einem Künstler, der ebenfalls als Soloflötist in einem Orchester bekannt wurde: Vincent Lucas war lange Zeit 1. Soloflötist der Berliner Philharmoniker und bekleidet dieselbe Position seit 1994 beim „Orchestre de Paris“.

Indésens INDE059, (2 CD), VÖ: 18.6.2014, 3760039839619

Giacomo Rossini - L’Italiana in Algeri - Berganza, Alva, Corena, Panerai - Chor und Orchester des Maggio Musicale Fiorentino, Silvio Varviso

Eine Londoner Decca-Produktion aus dem Juni/Juli 1963.

Urania Widescreen WS121235, (2 CD), VÖ: 25.6.2014, 8051776572354


Fritz Brun (1878-1959) - Werke vol. 5: Klavierkonzert A-Dur - Variationen für Streicher und Klavier - Divertimento für Klavier und Streicher - Tomas Nemec, Klavier - Bratislava Symphonieorchester, Adriano

Bruns Klavierkonzert steht in enger Verbindung mit dem Pianisten Franz Josef Hirt, der das Werk bis zur vorliegenden Aufnahme als Einziger aufführte. Nach dem Tod des Komponisten geriet es in Vergessenheit, obwohl Hirt bis 1985 lebte. Andere Solisten haben sich dem Werk möglicherweise wegen der immensen technischen Schwierigkeiten im ersten und dritten Satz entzogen. Obwohl Hirt das Werk definitiv mochte, konnte er es sich nach einer Aufführung doch einmal nicht verkneifen, Brun gegenüber zu erwähnen, das Konzert habe ihm „blutige Finger“ verursacht. Und bis heute war und ist es nicht leicht, Pianisten zu finden, die sich dieser Musik annehmen wollen (für diese Aufnahme angefragt, lehnten einige renommierte Solisten ab mit dem Bemerken, dieses Werk erfordere eine zu lange und aufwendige Erarbeitung).

Guild GMCD7409, VÖ: 25.6.2014, 795754740929

Henry Purcell - Ten Sonatas in Four Parts - The King‘s Consort

1697 veröffentlichte Purcells Witwe Frances aus dem Nachlass des Komponisten eine Sammlung von Triosonaten unter dem Titel „Ten Sonatas in Four Parts“. Diese Werke weisen deutliche Parallelen zu einer Sammlung von Sonaten auf, die Purcell selbst 1683 noch als „The Sonatas of Three Parts“ herausgegeben hatte. Demnach dürften sie also allesamt zur selben Zeit komponiert worden sein. Es ist bekannt, dass der junge Purcell, mindestens den Sommer 1680 damit verbrachte, Instrumentalfantasien und Sonaten zu komponieren. Die Mannigfaltigkeit innerhalb dieser zehn Sonaten ist riesig Es sind für ihn typische Werke mit einem unglaublichen melodischen Erfindungsreichtum und einer Harmonik, die in ihrer Kühnheit über das zu seiner Zeit übliche hinaus geht und weit in die Zukunft weist.

Vivat VIVAT106, VÖ: 2.7.2014, 0799439114685

Rubedo - die alchemistische Transformation - Musik von John Dowland, Esaias Reusner, Sylvius Leopold - eiss, David Kellner - Lutz Kirchhof, Renaissance- und Barocklaute

Bei jeder Komposition geht es darum, soweit wie möglich die Intentionen des Komponisten zu kennen und zu erfahren, was diese von ihren Zuhörern erwarten. Lautenmusik wurde die „Stille Musik“ genannt; man wollte sich vo ihr in ferne Welten der Fantasie und der Gefühle versetzen lassen und dabei schwerelos durch das eigene Innere reisen können. In diesem Zusammenhang spielten die Beziehungen zwischen Musik und Alchemie eine wichtige Rolle. Alchemisten nutzten die Laute, um mit den Wirkungen ihrer Klänge geistig-seelische Prozesse hervorzurufen, die in Analogie zu kosmologischen Gesetzmäßigkeiten stehen. Kirchhof möchte mit dieser CD eine ungewöhnliche Reise durch die Welt der Lautenmusik anbieten. Nach einem in vier Stufen beschriebenen alchemistischen Transformationsprozess hat er Musik ausgewählt, die in die jeweiligen geistigen Sphären führen kann.

Centaur CRC3318, VÖ: 2.7.2014, 044747331829

Benjamin Britten - Die Streichquartette, vol. 3: Simple Symphony, op. 4 - Rhapsody (1929) - Quartettino (1930) - Phantasy in F minor (Quintet) (1932) - String Quartet in F (1928) - Emperor Quartet - John Metcalfe, Viola II

Nach den hochgelobten zwei CDs mit Veröffentlichungen der drei „nummerierten“ Streichquartette Brittens legt das Emperor Quartet nun auf der dritten und letzten Folge dieser Serie mit fünf Jugendwerken des Komponisten nach. Der Zeitraum umfasst die Periode vom Streichquartett in F, geschrieben vom vierzehnjährigen Schüler, bis zur sechs Jahre später entstandenen „Simple Symphony“, dem Werk, das Britten den Durchbruch brachte. Diese Werke zeigen die Stilentwicklung des jungen Komponisten, wie er sich vom zunächst großen Einfluss seines Lehrers Frank Bridge löste, wie sein Interesse an Schönberg und Bartók zunahm.

BIS BIS-SACD-1870, VÖ: 9.7.2014, 7318599918709

Robert De Visée (1660-1732) - Confidences galantes. Quatre pièces de théorbe - Fred Jacobs, Theorbe

Die Musik für Theorbe von De Visée ist sehr zart, eine intime Kunst, die ihm die besondere Gunst Königs Ludwig XIV einbrachte. Ende des 17. Jahrhunderts war die französische Form der Theorbe das bevorzugte Instrument des Lautenisten. Er spielte für die königliche Familie wie auch als Mitglied des privaten Orchesters des Königs, der berühmten „La Chambre du Roi“. Diese zarten Werke werden hier vorgetragen von Fred Jacobs, der bei Anthony Bailes am Sweelinck Konservatorium in Amsterdam seine Ausbildung erhielt. Er ist Mitglied zahlreicher europäischer Spezialensembles für Alte Musik und auf allen großen Festivals anzutreffen. Seit 1995 unterrichtet er Laute und Theorbe am Amsterdamer Konservatorium.

Metronome METCD1089, VÖ: 9.7.2014, 5028165108923

Annie Fischer: Die Jahrhundert-Edition - Mozart: Klavierkonzerte Nrn. 20, 21 / Rondo D-Dur / Fantasie und Fuge C-Dur - Beethoven: 3. Klavierkonzert - Schubert: Sonate B-Dur / Impromptu f-Moll - Liszt: Sonate h-Moll - Annie Fischer, Klavier - Budapest Symphonieorchester, Ervin Lukács, Heribert Esser

Zum hundertsten Geburtstag der großen Pianistin (1914-1995) veröffentlicht Hungaroton diese Zusammenstellung exemplarischer Studioaufnahmen aus ihrer über sieben Jahrzehnte währenden Karriere. Ihr erstaunliches musikalisches Verständnis war unterfüttert durch eine gründliche Kenntnis der Musiktheorie und -historie, stupender Klaviertechnik und einer außergewöhnlichen interpretatorischen Intelligenz. Niemals stellte sie ihre Virtuosität als Selbstwert zur Schau. Ihre brillante Technik mit einer Vielzahl von Anschlagsformen und einem vielschichtigen Klang stellte sie immer in den Dienst des Werkes.

Hungaroton HCD41011, (3 CD), VÖ: 16.7.2014, 5991814101128

Ignaz Joseph Pleyel (1757-1831) - Flötenquartette - Pál Németh, Traversflöte - Piroska Vitárius, Violine - Gergely Balász, Viola - Dénes Karasszon, Cello

Pleyel, nur ein Jahr jünger als Mozart, machte eine weitgefächerter Karriere als Musiker, Komponist, Verleger, Klavierbauer schon ganz in der Art, wie sie eigentlich erst für künstlerisch Tätige im 19. Jahrhundert typisch wurde. Pleyel feierte auf allen Gebieten große Erfolge unter der Elite und in den künstlerischen Zirkeln von Paris. Seine sechs Flötenquartette sind wunderschöne Beispiele für die serenadenhafte Kammermusik dieser Zeit.

Hungaroton HCD32727, VÖ: 16.7.2014, 5991813272720