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Hier stellen wir einige Neuerscheinungen unserer Partnerfirmen vor

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Bielefelder Kataloge - Nummer 1 der internationalen Plattformen für Klassische Musik mit bibliographischem Aufbau

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Richard Wagner - Tristan und Isolde - Mitchinson, Gray, Howell, Joll, Wilkens, Folwell, Davies, Moses, Harris - Chorus of Welsh National Opera - The Orchestra of Welsh National Opera, Sir Reginald Goodall

Deccas erste digitale Studioaufnahme einer Wagner-Oper, die umfangreiche Werk eines legendären Wagner-Dirigenten bewahrt. Als diese Einspielung im Winter 1980/81 in zwei ausgedehnten Sessions aufgenommen wurde, hatte die Welsh National Opera mit dieser Besetzung bereits 18 Vorstellungen von „Tristan und Isolde“ gegeben, die meisten von ihnen unter den wachsamen Augen und dem inspirierenden Taktstock von Sir Reginald Goodall. Der Dirigent hatte viele vorbereitende Proben mit einzelnen Orchestermitgliedern - der Harfe, sogar der Bassklarinette - durchgeführt, um eine ordentliche Wagnersche Synthese von Musik und Text zu erreichen. Die Besetzung war englisch, wurde aber in jeder Nuance des Textes ausführlich von Goodall trainiert. Besonderes Lob, sowohl die Aufnahme als auch die damit verbundenen Aufführungen betreffend, erfuhr die jugendlich-glänzende Isolde von Linda Esther Gray. Die Aufnahme wurde von Decca mit angemessener Sensibilität für die bekannte Langsamkeit des Goodall-Stils vorgenommen, wobei große Zeiträume (jeweils bis zu 40 Minuten) möglich waren, um den ungestörten, aber unumgänglichen Fluss in der Arbeit des Dirigenten auf höchstem Niveau zu erhalten. Goodall selbst war mit dem Ergebnis zufrieden: „Ich hatte das Gefühl, es wird ein Erlebnis“, sagte er im Oktober 1981 gegenüber der Zeitschrift Opera, nachdem er die fertigen Bänder gehört und gebilligt hatte. Goodall war 1954 bei den EMI-Sitzungen für den endgültigen „Tristan“ unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler dabei gewesen, und Goodalls eigene Leistung wurde von vielen Kritikern als würdiger und vergleichbarer Nachfolger dieses Klassikers gewertet.

Eloquence ELQ4829496, (4 CD), VÖ: 20.3.2019, 0028948294961

Zsigmond Szathmáry: Orgelwerke - Cadenza con ostinati; B-A-C-H; Dies irae; Feuertaufe; Bremer Dom-Musik; Strophen; Sonido Iberico; Sense of Rhythm; Moving Colours; Mors et vita - Martin Schmeding, Wolfgang Kogert, Zsigmond Szathmáry, Orgel - Anikoó Katharina Szatmáry, Violine - Olaf Tzschoppe, Schlagzeug

„...Farbigkeit und Klangreichtum“ – Zeitgenössische Orgelmusik von Zsigmond Szathmáry, produziert in Surround- und 3DQualität mit Martin Schmeding an der Rieger-Orgel der Abtei Marienstatt (1969/70) sowie an den Orgeln der Lutherkirche Wiesbaden (Walcker, 1911 und Klais, 1979). Als Mitglied der Kompositionsklasse des Kodály-Schülers Ferenc Szabó (gemeinsam u.a. mit Peter Eötvös) prägten Zsigmond Szathmáry die rhythmisch betonte Musiksprache, die Traditionen der Volksmusik und die durch Dissonanzen geschärfte, ganz eigene Harmonik Béla Bartóks früh in seinem eigenen Schaffen. Nach seiner Emigration in den Westen lernte er u.a. im Unterricht bei Karlheinz Stockhausen und in der Zusammenarbeit mit seinem Landsmann György Ligeti aktuelle Tendenzen der zeitgenössischen Avantgarde kennen und konnte sie in seine eigene Tonsprache übersetzen. Parallel hierzu wurde Zsigmond Szathmáry zu einem der führenden Interpreten zeitgenössischer Orgelmusik: Schon mit der Übernahme der Organistenstelle in Hamburg-Wellingsbüttel als Nachfolger des für seine Aufführungen moderner Orgelwerke berühmten Gerd Zacher und später mit der Einführung der Neue-Musik-Reihe Forum Bremer Dom als Domorganist in Bremen zeigte er hier seine herausragenden Kompetenzen. Diese konnte er ab 1978 als Orgelprofessor in Freiburg an zahlreiche Schülergenerationen weitergeben.

Cybele CYB061807, (2 SACD), VÖ: 20.3.2019, 809548019723

JuStBACH - Orchestersätze, Arien aus Kantaten - Kantate „Weichet nur, betrübte Schatten“ BWV 202 - Johannette Zomer, Sopran - Bart Schneemann, Barockoboe - Tulipa Consort

Diese CD präsentiert eine wunderbare Anthologie von Edelsteinen aus Bachs riesiger Kantatenproduktion. Die Sopranistin übernimmt die Hauptrolle und drückt ein breites Spektrum menschlicher Emotionen aus, von Angst und tiefer Verzweiflung bis hin zu Vertrauen, Lebensfreude und ausgelassenem Jubel. Eine beruhigende oder fröhliche Oboe oder ein Cello ist oft an ihrer Seite und sie lässt sich in bewegenden oder lebhaften Dialogen eng mit ihnen ein.
Das Repertoire von Johannette Zomer reicht von mittelalterlicher Musik über Barock und Klassik bis hin zur Oper, aber auch zu Liedern, französischer Romantik und zeitgenössischer Musik. Im Jahr 2013 gründete sie ihr eigenes Ensemble, das Tulipa Consort, mit dem sie 2015 eine Vivaldi-CD aufnahm. „Es macht mir große Freude, zu singen, aber oft müssen im Vorfeld der Konzerte Kompromisse zwischen den Interpreten (insbesondere zwischen Dirigent und Sänger) eingegangen werden, damit sie sich auf eine gemeinsame Interpretation einigen können, und dies ist oft keine leichte Aufgabe. Die Arbeit mit meinem eigenen Ensemble hat mir von Anfang an künstlerische Freiheit gegeben, denn durch die Auswahl meines eigenen Repertoires und meiner Musiker fühle ich mich in der Musik zu Hause, was der Aufführung sehr zugute kommt.“ Bart Schneemann ist Oboist, künstlerischer Leiter des Niederländischen Bläserensembles und Lehrer. 1988 wurde Schneemann gebeten, dem 1961 gegründeten Netherlands Wind Ensemble (NBE) neues Leben einzuhauchen. Er verwandelte das Ensemble in eine enthusiastische Gruppe von Musikern, die ein offenes Ohr für ganz unterschiedliche Genres haben. Schneemann wird  sowohl als Solist wie auch als Dirigent zunehmend nachgefragt, was zu zahlreichen Auftritten in ganz Europa, Amerika, Fernost und Australien führt.

Channel Records CCS39917,  VÖ: 27.3.2019, 723385399179

Ungehört - Vergessene Musik der Zwischenkriegszeit - Erich Itor Kahn: Fragment eines Streichquartetts - Hans Walter Süsskind: Rechenschaft über uns; Vier Lieder - Josef Matthias Hauer: Fünf Stücke op. 30 - Otto Jokl: Zweites Streichquartett - Louis Gruenberg: Vier Indiskretionen op. 20 - Ebony Quartet - Daniel Reuss, Erzähler - Barbara Kozelj, Sopran

Diese CD ist ungehört, denn soweit bekannt, ist keines dieser Werke jemals zuvor aufgenommen worden. Aber auch die Werke selbst sind unbekannt, denn sie gehörten zur „entarteten Kunst“, wie die Nationalsozialisten „befanden“. Fesselnde, spannende, künstlerisch reiche Musik der Zwischenkriegszeit. Kurz gesagt, die vorliegende CD bietet eine Ergänzung zu der unvollständigen Geschichte der Musik dieser Zeit und erweckt ungerechterweise vergessene Komponisten wieder zum Leben. Das Ebony Quartet besteht aus Musikern des Royal Concertgebouw Orkest. Neben dem Repertoire der Zwischenkriegsjahre spielt das Quartett auch gern Musik früherer Epochen. Zusammen mit der Ebony Band wurde das Quartett 1994 mit einem Edison Klassik für die Aufnahme von Erwin Schulhoffs Konzert für Streichquartett und Bläser ausgezeichnet.

Channel Records CCS40517, VÖ: 27.3.2019, 723385405177

Johann Sebastian Bach - Englische Suiten, BWV 806-811 - Masaaki Suzuki, Cembalo

Ein voller Zeitplan als Musikdirektor des Bach Collegium Japan und als gefragter Gastdirigent halten Masaaki Suzuki nicht davon ab, zu seinen ersten Lieben, der Orgel und dem Cembalo, zurückzukehren. Mit der vorliegenden Veröffentlichung fügt er seiner Serie von Bachs Werken für Cembalo solo ein weiteres Kapitel hinzu. Nach gefeierten Aufnahmen des Wohltemperierten Klaviers, der Goldberg-Variationen, der französischen Suiten und anderer Werke sind nun die englischen Suiten an der Reihe. Von Bach bereits in seinen Dreißigern komponiert, geht der Zyklus anderen voraus, wie den Französischen Suiten und den Toccaten. In seinem Kommentar macht der Bach-Forscher Yo Tomita auf die Stilmerkmale eines jugendlichen und ehrgeizigen Komponisten aufmerksam, „der sich durch die Verwendung von Kontrapunkt und Virtuosität einen Namen machen will“. Trotz ihres Titels hat die Sammlung, zumindest musikalisch, nur sehr wenig mit England zu tun: Die sechs Suiten sind stattdessen in der französischen Tradition verwurzelt und weisen einige auffällige Ähnlichkeiten mit Stil eines Zyklus von Charles Dieupart auf, der „Six Suittes pour le Clavessin“ von 1701 (Bach kopierte sich Dieuparts Sammlung irgendwann zwischen 1709 und 1716). Erst im 19. Jahrhundert wurden die Suiten als „Englische“ bekannt, basierend auf einer nie untermauerten Behauptung, dass sie von einem englischen Adligen in Auftrag gegeben wurden.

BIS BIS-SACD-2281, (2 SACD), VÖ: 3.4.2019, 7318599922812

Camille Saint-Saëns (1835-1921) - Klavierkonzerte: Nr. 3 Es-dur op. 29 - Nr. 4 c-moll op. 44 - Nr. 5 F-dur op. 103 „Ägyptisches“ - Alexandre Kantorow, Klavier - Tapiola Sinfonietta, Jean-Jacques Kantorow

Komponist, Klaviervirtuose, Dirigent, Lehrer - all dies war Camille Saint-Saëns, aber auch ein leidenschaftlicher Archäologe, Astronom, Botaniker, Historiker, Illustrator, Dichter, Dramatiker… Ein erfahrener Reisender war er und zu Lebzeiten der berühmteste Musiker in seinem Heimatland, in Nord- und Südamerika, im Nahen Osten und in ganz Europa gefeiert. Es ist daher unverständlich, dass sein umfangreiches und abwechslungsreiches Schaffen heute nicht besser bekannt ist - mit Ausnahme einiger Werke, unter denen das berühmteste der „Karneval der Tiere“ ist, den Saint-Saëns selbst übrigens nicht besonders schätzte. Heutzutage wird sein Stil oft als altmodisch oder sogar reaktionär betrachtet; dabei neigen wir dazu zu vergessen, dass Saint-Saëns zu Lebzeiten manchmal wegen der Kühnheit seiner Werke gescholten wurde! Darüber hinaus verteidigte er die Musik der Revolutionäre Wagner und Liszt, wurde von Kollegen wie Berlioz, Debussy und Ravel bewundert schrieb - 1908 - eine der ersten Originalpartituren für einen Film! Jean-Jacques Kantorow und die Tapiola Sinfonietta setzen sich für die Musik von Saint-Saëns bereits auf einer Reihe von gefeierten Alben ein. Jetzt bietet der junge Alexandre Kantorow - Sohn des Dirigenten - einen Überblick über seine Werke für Klavier und Orchester. Im Jahr 1858 schrieb Saint-Saëns als erster große französische Komponist ein Klavierkonzert. Auf dieser ersten SACD von zweien präsentieren die Kantorows die drei letzten Konzerte, entstanden in einem Zeitraum von fast 30 Jahren (1868-1896). Es sind höchst individuelle Einzelstücke: Das Klavierkonzert Nr. 3 ist ein mutiger Versuch, die klassische Form mit Lisztschem Brio zu vereinen. Nr. 4 verwendet ein ungewöhnliches formales Schema, bei dem Themen zyklisch wiederverwendet werden, und schließlich das Konzert Nr. 5, nach dem zweiten Satz das „Ägyptische“ benannt, weil der, in den eigenen Worten des Komponisten, „eine Art östliche Reise beschreibt, die bis in den Fernen Osten reicht“.

BIS BIS-SACD-2300, VÖ: 3.4.2019, 7318599923000

Triumvirat - Gambenmusik der Ära Schenck, Kühnel und Hoffler: Johann Schenck: Ouvertüre 66; Sonate 4 solo; Sonata I - August Kühnel: Sonata II; Partita XIII - Conrad Höffler: Suite I - Juliane Laake, Viola da gamba - Ensemble Art d‘Echo

Waren es zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Engländer, die als ausgewiesene Kenner und Virtuosen der Gambe galten, liefen ihnen diesen Rang um die Mitte des Jahrhunderts die Franzosen ab. Diese wiederum mussten gegen Ende des Jahrhunderts jene führende Position mit den an deutschen Höfen tätigen Gambisten zumindest teilen oder sie ihnen gar überlassen. Der damaligen musikalischen Welt waren Johann Schenck, August Kühnel sowie Conrad Höffler als Gambenvirtuosen und ausgesprochene Meister ihres Fachs wohlbekannt. Aber gegen die nachhaltige PR eines Sonnenkönigs, deren Strahlkraft auch seine Musiker und hier insbesondere die Hofgambisten Marin Marais sowie Antoine Forqueray weit über die Grenzen der Länder und Jahrhunderte berühmt machte, waren die zeitgleich an den vergleichsweise kleinen deutschen Höfen tätigen Gambisten machtlos. Wiewohl ihre erhaltenen Werke den französischen an Eleganz, Virtuosität und idiomatischer Charakteristik in nichts nachstehen, ist der Ruhm der Schöpfer dieser musikalischen Kunstwerke verhallt – höchste Zeit, dieses Ungleichgewicht zu beenden und drei großen Gambisten und ihrer einzigartigen Kunst die Aufmerksamkeit zu schenken, die ihnen zusteht! Die dritte bei querstand erschienene CD von Juliane Laake und ihrem Ensemble Art d’Echo enthält aus dem Schaffen der drei genannten historischen deutschen Gambengrößen drei Sonaten sowie je eine Ouvertüre, Suite und Partita. Drei der fünf Sätze aus Johann Schencks Sonata 4 solo, die als Autograph auf verschlungenen und noch nicht erforschten Pfaden in die Österreichische Nationalbibliothek in Wien gelangte, erfahren hier ihre erstmalige Einspielung.

Querstand VKJK1815, VÖ: 10.4.2019, 4025796018158

Orgel vierhändig - Strawinsky: Der Feuervogel - Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung - Viviane Loriaut, Guy Bovet, Orgel

An der Orgel der Hofkirche in Luzern entstand diese klangprächtige Aufnahme von höchst virtuosen Bearbeitungen aus der Feder von Guy Bovet, früher Professor an der Baseler Musikakademie und Titularorganist der Stiftskirche von Neuchâtel. Bis heute ist Bovet als Konzertorganist und Komponist (über 250 Werke) aktiv. Neben ihm sitzt seine ehemalige Schülerin Viviane Loriaut auf der Orgelbank, die auch bei Marie-Louise Langlais und Michel Chapuis studierte. Sie ist Organistin der Kathedrale Evreux in der Normandie und unterrichtet am Pariser Konservatorium.

Gallo GAL-CD-1539, VÖ: 10.4.2019, 7619918153925

Musik in Bologna um 1660 - Motetten, Arien und Canzonetten von Carlo Donato Cossoni und Maurizio Cazzati - Ensemble Philomèle

Das Programm bietet eine faszinierende Reise durch typische geistliche und weltliche Musik Italiens und präsentiert zwei wichtige Persönlichkeiten des Musiklebens in Bologna zur Mitte des 17. Jahrhunderts: Maurizio Cazzati (1616–1678) und Carlo Donato Cossoni (1623–1700). Für beide hatte der Umzug nach Bologna einen großen Einfluss auf ihre künstlerische Karriere. Die Werkauswahl zeigt, wie groß die Aufbruchstimmung dieser Zeit war, die Lust am Experiment, die Freiheit im Umgang mit überkommenen Formen und Stilen. Das Ensemble Philomèle vereint fünf junge Musiker, die sich für Alte Musik begeistern. Gemeinsam erkunden sie das Repertoire aus dem 17. Jahrhundert mit einer besonderen Neigung zum „Stylus Phantasticus“. Im Jahr 2011 nahmen sie „The Pleasures and Vanities of the Nightingale“ auf, eine CD mit beschreibender Musik, die durch das Symbol dieses nächtlichen Vogels in der italienischen Musik des 17. Jahrhunderts inspiriert wurde. Seit 2014 durchforsten sie die musikalischen Schätze der Biblioteca della Musica in Bologna und entdeckten vergessene Kompositionen von Carlo Donato Cossoni und Maurizio Cazzati. Diese Entdeckungen inspirierten sie zu einer Konzerttournee und einer Aufnahme des Cazzati / Cossoni-Programms. Das Ensemble wurde zu künstlerischen Aufenthalten im Centre Culturel Voce von Pigna (Korsika), in der Cité de la Voix in Vézelay und zu einem Aufenthalt bei den Dominikanern des Centre Culturel de Rencontre von Guebwiller (Frankreich) eingeladen.

Claves CLA50-1820, VÖ: 17.4.2019, 7619931182025

Harmonium Atlas - Eine Reise durch die goldene Zeit des Harmoniums - Dirk Luijmes

Nachdem Alexandre Debain 1840 das erste Harmonium der Öffentlichkeit vorstellte, entstand eine Vielzahl von Werken für dieses Instrument. Viele Komponisten der Romantik schätzten das Harmonium mit seinen kleinen Metallzungen und der ganz eigenen sonoren Klangfarbe und den einzigartigen Expressionsmöglichkeiten. Insbesondere der Dynamikumfang kam dem romantischen Geschmack entgegen. Für seine Anthologie hat Dirk Luijmes Werke ausgesucht, deren Schöpfer generell vor 1900 geboren waren und somit in das „goldene Zeitalter“ dieses Instruments gehörten. Dazu gehören bekannte wie auch unbekannte Komponisten; entscheidend war, dass sie sich eindeutig zum Harmonium bekannten. Und so unternimmt der Interpret eine Reise durch ganz Europa, Russland, die USA und Australien. Dirk Luijmes studierte Orgel, Cembalo und Kirchenmusik an der Kunsthochschule in Arnheim bei Dr. Hans van Nieuwkoop, Bert Matter und Chris Farr. Er studierte außerdem Musikwissenschaft an der Universität Utrecht. 1992 wurde er Preisträger beim Nationalen Organimprovisationswettbewerb der Niederlande und ein Jahr später beim Europäischen Orgelimprovisationswettbewerb. Neben seiner Begleitung verschiedener Ensembles tritt er als Solist auf und hat diverse Aufnahmen für TV, Radio und CD gemacht. Als Musikwissenschaftler arbeitet er freiberuflich am Concertgebouw Amsterdam und schreibt Beiträge für verschiedene Zeitschriften. Er ist künstlerischer Leiter der Stichting Longen & Tongen und Organist der Großen Kirche in Elst. Nachdem er von Victor Mustel ein wunderschönes französisches Harmonium erhalten hatte, widmete er sich diesem vergessenen Instrument. Er bat mehrere Komponisten (darunter Willem Breuker, Gilius van Bergeijk, Hanna Kulenty, Guus Janssen und Andries van Rossem), Stücke für sein Instrument zu schreiben. Luijmes ist auch als Clavichord- und Flötenspieler tätig. Seine Aufnahme von Paddings Harmoniumkonzert wurde mit einem Edison Klassik ausgezeichnet.

Quintone Q1901, (4 CD), VÖ: 17.4.2019, 9789078740575

Johann Sebastian Bach - Cellosuiten 1-6 - Rachel Podger, Violine

Zu ihrer Ersteinspielung der Cellosuiten auf der Violine sagt Rachel Podger: „Seit langem schon unterrichte ich auch Cellisten, sowohl für moderne wie auch historische Wiedergabe, und ich spiele mit, um verschiedene Dinge zu zeigen. Allmählich spürte ich, wie diese Stücke parallel zu den Violinpartiten und -sonaten als eine andere Art von „täglichem Brot“ kamen; Ich fing an, einige der Sätze zu spielen, die ich beim Aufwärmen besonders liebte. Mir wurde klar, dass es tatsächlich möglich ist, sie auf der Geige zu spielen und auf der höheren Lage des Instruments ein besonders ausdrucksstarkes Vokabular zu finden. Aber wie könnte man eine solche Wiedergabe von Werken rechtfertigen, die den Aufnahmekatalog um einige der ikonischsten und am meisten verehrten Streicheraufführungen aller Zeiten bereichert haben, den Einspielungen von Casals, Fournier, Tortelier oder Starker? Was ich tue, scheint aber durchaus in Übereinstimmung mit Bachs eigener Gewohnheit zu sein, seine eigenen Kompositionen für verschiedene Instrumente und verschiedene Zwecke zu verwenden. Die Beispiele sind endlos, aber ich denke sofort an die Konzerte, die als Sinfonien in Kantaten wiederkehren, oder Konzerte für Violine, die zu Cembalokonzerten werden. Je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger sehe ich die Notwendigkeit, mich zu verteidigen, weil Bach selbst viel Ungeheuerlicheres getan hat! Denken Sie an das Präludium der E-Dur-Partita für Violine, die in einen vollen Orchesterkantatensatz mit Trompeten und Pauken umgewandelt wurde.“

Channel Classics CCSSA41119, (2 SACD), VÖ: 2.5.2019, 723385411192

Johann Sebastian Bach - Goldbergvariationen, BWV 988 - Trio Zimmermann: Frank Peter Zimmermann, Violine - Antoine Tamestit, Viola
Christian Poltéra, Cello

Seit fast 300 Jahren begeistern Bachs Goldberg-Variationen Künstler und Hörer durch eine unvergleichliche Kombination aus schillernder Ausdruckskraft und atemberaubender Virtuosität mit erstaunlicher polyphoner Meisterschaft. Kein Wunder, dass auch andere Musiker als Cembalisten sich das Werk zu eigen machen wollten - vor allem Pianisten, aber auch Akkordeonisten und Gitarristen, Flötisten und Harfenisten. Das Trio Zimmermann spielte und nahm bisher sowohl das klassische als auch das moderne Streichtrio-Repertoire auf und begann vor einigen Jahren, an den Goldberg-Variationen zu arbeiten. Dabei spielten sie ein schon bestehendes Arrangement. Aber nach ihren eigenen Worten wurden die drei Mitglieder - allesamt führende Interpreten unserer Zeit - „von der Originalpartitur und ihren unzähligen Schönheiten und Details fasziniert“. Als Ergebnis haben sie gemeinsam eine eigene Version erarbeitet, die hier in Ersteinspielung vorliegt. Eine wichtige Rolle auf dieser CD spielen auch die Instrumente des Trios - allesamt aus der Werkstatt von Antonio Stradivari.

BIS BIS-SACD-2347, VÖ: 2.5.2019, 7318599923475

Francesco Cavalli (1602-1676) - L‘Ormindo - Wakefield, Runge, Garcisanz, van Bork, Alister, Cuénod, Howells, Berbié, Davia, Van Allan - London Philharmonic Orchestra, Raymond Leppard

Ein Meilenstein der barocken Opernaufnahmen, neu remastert. Diese „königliche Unterhaltungsmusik“ wurde von Cavalli auf ein Libretto von Giovanni Faustini geschrieben und 1644 in Venedig aufgeführt, zwei Jahre nachdem „L‘incoronazione di Poppaea“ entstanden war. In „Ormindo“ verfolgen wir die Abenteuer zweier Liebespaare, die vor dem unvermeidlichen Happy End lügen, betrügen und voreinander flüchten. Eine Todesszene im Gefängnis für den gleichnamigen Prinzen und seine Geliebte Erisbe wurde durch ihr eindrückliches Pathos über die Oper hinaus bekannt.
1967 leitete Leppard „Ormindo“ beim Glyndebourne Festival und läutete damit die Wiederbelebung von Cavallis Vermächtnis an. Kritiker stellten die bedeutenden Überarbeitungen und Umgestaltungen des Dirigenten fest, waren sich jedoch einig, dass sie hier erstmals das Werk eines wegweisenden Opernkomponisten hörten und auf der Bühne sahen und das bei Aufführungen, die sowohl der Musik als auch dem Drama in vollem Umfang gerecht wurden. Leppard und Glyndebourne sorgten für eine üppige Continuo-Besetzung und wurden für die damalige Zeit der reich verzierten Sprache der venezianischen Oper des 17. Jahrhunderts überaus gerecht. Der große Erfolg von „Ormindo“ in Glyndebourne führte zu einer Fortsetzung mit Leppards ähnlich einfallsreicher Umsetzung von „Calisto“, die ebenfalls von Eloquence (482 9400) neu aufgelegt wurde. „L‘Ormindo“ war seit langem nicht mehr verfügbar, und das Booklet enthält die Originaltexte von Raymond Leppard und eine Zusammenfassung.

Eloquence ELQ4829382, (2 CD), VÖ: 8.5.2019, 0028948293827

Jean-Philippe Rameau (1683-1764) - Hippolyte et Aricie - Tear, Hickey, Rhys-Thomas, Baker, Blans, Woodland, Fleet, Shirley-Quirk, English, Stalman - St. Anthony Singers - English Chamber Orchestra, Anthony Lewis

Dies ist erste kommerzielle Aufnahme von Rameaus erster Oper. Dank mehrerer Veröffentlichungen von Eloquence ist die Pionierarbeit von Anthony Lewis auf dem Gebiet der Barockoper ab sofort verfügbar: „The Fairy Queen“ (482 7449) von Purcell, Händels „Semele“ (482 5055) und eine Sammlung von Händel-Arien (482 4759) wurden alle zum Zeitpunkt ihrer ursprünglichen Veröffentlichung in den 1950er und 60er Jahren von den Kritikern hoch gelobt und haben durch die neuen Eloquence-Remasterings ein neues und dankbares Publikum gewonnen. Weitere Lewis-Neuauflagen sind in Vorbereitung.
Als Direktor einer jährlichen Serie von Operninszenierungen des Barber Institute in der Universität Birmingham brachte Lewis zunächst ein lokales Publikum mit Barockopern in Berührung, und dann ein internationales Publikum mit diesen Aufnahmen von Decca und Argo. Denn diese faszinierenden Werke sollten nicht Gelehrten vorbehalten bleiben, sondern die Chance haben, so beliebt zu werden wie Werke von Mozart und Puccini.
Rameaus Platz im Pantheon der Barockkomponisten neben Bach und Händel ist jetzt gesichert, dies auch dank der überzeugenden Kraft und Intensität von Aufnahmen wie dieser von „Hippolyte et Aricie“, aufgenommen im Juli 1965 in Deccas West Hampstead-Studios. Die Handlung beschreibt Phaedras inzestuöse Liebe zu ihrem Sohn Hippolytus, dessen ebenso hoffnungslose Liebe zu Aricia und viel gewalttätige göttliche Intervention und Vergeltung. Tatsächlich hatte diese klassische Tragödie nicht den Ruf anderer Bühnenwerke von Rameau zu dessen Lebzeiten genossen, aber sie wird jetzt (nicht zuletzt dank Lewis 'Bemühungen) als einer der Höhepunkte in der Arbeit des Komponisten anerkannt.

Eloquence ELQ4829394, (2 CD), VÖ: 8.5.2019, 0028948293940