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Hier stellen wir einige Neuerscheinungen unserer Partnerfirmen vor

Weitere eBooks

Bielefelder Kataloge - Nummer 1 der internationalen Plattformen für Klassische Musik mit bibliographischem Aufbau

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Bernd Alois Zimmermann (1918-1970)und das symphonische Spätwerk: Concerto pour violoncelle et orchestre Musique pour les soupers du Roi Ubu Stille und Umkehr + Elke Heidenreich: Sicher auf dem Seil der Musik über die Abgründe des Daseins + Mirjam Wiesemann im Gespräch mit York Höller + B. A. Zimmermann im Gespräch mit Heinz Josef Herbort - Jan-Filip Tupa, Cello - Sascha Reckert, Philipp Marguerre, Glasharfe -, Bernhard Kontarsky

(Künstler im Gespräch vol. 8) - Ich bin überzeugt, dass all diese Dinge, die ja sehr komplexe Vorgänge sind, so angelegt sind, dass jeder Hörer, ganz gleichgültig, welcher intellektuellen und sozialen Schicht er angehört, irgendwo (…) gepackt wird. Diese O-Töne von Bernd Alois Zimmermann (SACD2) sind einem von Cybele restaurierten Gespräch zwischen ihm und Prof. Herbort entnommen, das 1968 in Zimmermanns Haus stattfand und dessen Auszüge hier erstmals veröffentlicht werden. - Bernd Alois Zimmermann – Da ist zum einen sein in mancher Hinsicht extrem aufwändig zu realisierendes symphonisches Werk, das unter anderem äußerst selten eingesetzte Instrumente verwendet, wie zum Beispiel die Glasharfe im Concerto pour violoncelle et orchestre en forme de ,pas de trois’ (erstmals auf Tonträger mit Glasharfe eingespielt) sowie das Cymbalom (eine Art Hackbrett). Zum anderen musste Zimmermann schreckliche Kriegserlebnisse verkraften, die ihn als sensiblen, tiefgründigen Menschen nachhaltig traumatisiert hatten. York Höller, Zimmermanns letzter Schüler, studierte bei Zimmermann genau in den Jahren, in denen dessen symphonische Spätwerke entstanden. Höller erinnert sich in seinem Gespräch mit Mirjam Wiesemann (SACD 2 & 3) an Ereignisse und Eindrücke aus diesen letzten Jahren des Komponisten – so erlebte Höller auch die Entstehung des Roi Ubu hautnah mit (SACD 1). Am Ende von SACD 1 hören Sie ein „modernes Märchen“ von Elke Heidenreich, das von der Autorin eigens für den Roi Ubu für Cybele eingesprochen wurde. Bei den Interpreten ist die Idealbesetzung für Zimmermanns komplexe Werke versammelt: Unter der Leitung von Bernhard Kontarsky läuft das RSO Stuttgart zur Bestform auf. In Zimmermanns Cellokonzert eröffnen sich dem Hörer mithilfe des Ausnahme-Cellisten und Zimmermann-Experten Jan-Filip Tupa und dem Glasharfenduo sinfonia di vetro Klangwelten, die man so noch nie zu hören bekommen hat.

Cybele CYBKIG008,  (3 SACD), VÖ: 3.5.2017, 809548018023

Kantorin Sofia Falkovitch singt Lieder von Fauré, Bizet, Ravel, Rimski-Korsakow und hebräische geistliche Gesänge - Sofia Falkovitch, Mezzosopran - Orchestre de chambre Les Illuminations, Gabriel Bourgoin

Zum ersten Mal singt eine Kantorin in Frankreich jüdische geistliche Musik, begleitet von einem Kammerorchester. Für die Künstlerin und Kantorin Sofia Falkovitch ist die Überlieferung und Verbreitung dieser musikalischen Schatzkammer vergangener Generationen von größter Bedeutung. Sie ist die erste in Europa ausgebildete und ordinierte Kantorin und bis heute die einzige in Frankreich. Ihr Repertoire reicht vom Barock bis zur Gegenwartsmusik, wobei sie natürlich besonders auf geistliche Musik spezialisiert ist. Interkultureller und interreligiöser Dialog sind ihr besondere Anliegen bei ihrer Arbeit.

Calliope 1742, VÖ: 3.5.2017, 3760039833136

Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) - Sonaten für Violine solo: Nr. 1 op. 82 - Nr. 2 op. 95 - Nr. 3 op. 126 - + Alfred Schnittke: Fuge für Violine solo - Renate Eggebrecht, Violine

(Violin Solo vol. 9) - Alle drei Violinsolosonaten von Mieczyslaw Weinberg auf einer CD zu vereinen, macht unbedingt Sinn, kommen die direkten Verbindungen zwischen der Musik und den Lebensumständen des russischen Komponisten dadurch doch umso plastischer zur Geltung. „Viele meiner Werke“, so bemerkte Weinberg, „befassen sich mit dem Thema des Krieges. Dies war leider nicht meine eigene Wahl. Es wurde mir von meinem Schicksal diktiert, vom tragischen Schicksal meiner Verwandten. Ich sehe es als meine moralische Pflicht, vom Krieg zu schreiben, von den Gräueln, die der Menschheit in unserem Jahrhundert widerfuhren.“ Weinbergs erste Violinsonate datiert von 1964. Zwar waren seine existenziellen Nöte zu dieser Zeit einer gewissen Konsolidierung und Sicherheit gewichen, von einer glücklichen Phase kann indes keine Rede sein. Die Erinnerungen an einschneidende Ereignisse seines Lebens zeigten ungebrochen ihre Präsenz an, und an der Isolation Weinbergs und der mangelnden öffentlichen Wahrnehmung seiner Werke hatte sich bis dato fast nichts geändert. 1967, ein Jahr bevor er seine mittlerweile gerühmte Oper „Die Passagierin“ vollendete, hatte sich Weinberg erneut der Solosonate zugewandt. Die Nummer 2 knüpft zum einen in ihrer Komplexität an die Nr. 1 an, ja, steigert diese noch. Zwölf Jahre später, 1979, entstand Weinbergs dritte und letzte Sonate für Violine solo. Das in einem Satz durchkom¬ponierte Werk ruft ein ebenso bedrückendes wie berückendes Wechselbad emotionaler Regungen hervor. Es gönnt dem Hörer auf der „Reise“ durch spröde Klangwelten kaum eine Entspannung, kaum eine Ruhepause – und beschert in der Interpretation von Renate Eggebrecht zugleich klanglichen Hochgenuss.

Troubadisc TRO-CD01450, VÖ: 24.5.2017, 4014432014500

I Musici - Die Columbia-Aufnahmen 1953/54 mit Werken von Pergolesi, Corelli, Martini, Tartini, Galuppi, von Wassenaer, Gabrieli, Marcello, Albinoni und Vivaldi

Erstveröffentlichung auf CD - Das nach dem 2. Weltkrieg gegründete Ensemble begann seine Karriere als „I Musici di Roma“. Gegründet wurde es von Studenten der Academia Nazionale di Santa Cecilia. Das Repertoire bestand vorwiegend aus italienischer Barockmusik. Stets musizierte das Ensemble allerdings auf modernen Instrumenten und stand der heute so akzeptierten und praktizierten historischen Aufführungspraxis lange Zeit sehr skeptisch gegenüber. Doch schon Arturo Toscanini war von den zupackenden, straffen Interpretationen der I Musici begeistert. Diese Box enthält die besten Aufnahmen des weltbekannt gewordenen Ensembles für British Columbia, bisher nicht auf CD veröffentlicht. Es handelte sich um italienisches Repertoire, das nur zum Teil später noch einmal für Philips eingespielt wurde.

Urania Arts WS121361, (3 CD), VÖ: 24.5.2017, 8051773573613

Camille Saint-Saëns - Sämtliche Kammermusik mit Bläsern: Septuor op. 65 / Romanze für Horn und Klavier / Tarantelle /Le Cygne / L‘Éléphant / Romanze für Flöte und Klavier / Cavatine für Posaune und Klavier/ Klarinettensonate / Fagottsonate / Oboensonate u.a. - Solisten des Orchestre de Paris - Pascal Godart, Laurent Wagschal, Klavier

Die vollständige Kammermusik mit Bläsern, Holz- wie Blechbläsern, aus der Feder von Saint-Saëns belegt, dass er der eigentliche Urheber der weltberühmt gewordenen französischen Bläsertradition gewesen ist. In einem Jahrhundert, das vornehmlich von deutscher Orchesterromantik geprägt war, hob er die Blasinstrumente auf dasselbe Level wie die Violine und das Klavier. Am Ende seines Lebens, im Alter von 85 Jahren, kam er nochmal auf die Sonaten für Bläser zurück. Die drei 1921 geschriebenen Werke weisen voraus auf die „Groupe des Six“, insbesondere auf Poulenc. Und so gesehen ist er am Lebensende auch ein Innovator gewesen. (Diese Aufnahme war schon einmal unter der Katalognummer INDE010 erhältlich).

Indésens INDE090, (2 CD), VÖ: 31.5.2017, 3760039831064

Mallorca Edition: Historische Orgeln mit Werken von Soler, Scarlatti, Lidón, Aguilera de Heredia, Bruna + Mirjam Wiesemann im Gespräch mit Gerhard Grenzing und Martin Schmeding - Martin Schmeding, Orgel

Die Jordi Bosch-Orgel von St. Andreu in Santanyí (Mallorca), gebaut 1762 von einem der bedeutendsten Orgelbauer des iberischen Raumes, Jordi Bosch, zählt zu den schönsten 10 Orgeln Europas. Ihre legendäre Geschichte, die einzigartige klangliche und die architektonische Gestalt machen sie zu einem Instrument, das in dieser Form unvergleichlich ist, nicht nur wegen der ihr innewohnende größten Mixtur der Welt (25 Pfeifen pro Taste). Angesteckt durch die Faszination von Ort, Kirchraum und Orgel haben der mehrfach preisgekrönte Organist Martin Schmeding und Ingo Schmidt-Lucas vom Label Cybele Records hier nun im Anschluss an ihre vielbeachtete 17-teilige Max-Reger-Edition ein weiteres besonderes und umfassendes Aufnahmeprojekt auf sechs SACDs mit einer Gesamtdauer von 7,5 Stunden realisiert. Zusätzlich zu den Musik-Einspielungen sind zwei Gespräche auf SACD6 enthalten: Mirjam Wiesemann spricht mit Orgelbauer Gerhard Grenzing in seiner Werkstatt in El Papiol (Barcelona) und mit Prof. Martin Schmeding an der historischen Jordi Bosch-Orgel in Santanyí. Die im Jahr 2011 an der historischen Jordi Bosch-Orgel in Santanyí, an der historischen Gabriel Thomàs-Orgel in Campos sowie an der historischen Mateu Bosch-Orgel in Sencelles produzierten SACDs repräsentieren fünf Komponisten, die zwischen 1561 und 1827 gelebt haben: In Santanyí wurden Werke von Padre Antonio Soler, Domenico Scarlatti und José Lidón auf 3 SACDs eingespielt, in Campos Werke von Aguilera de Heredia (1 SACD) sowie in Sencelles Werke von Pablo Bruna (1 SACD). Jeder Komponist wird dabei mit einer gesonderten SACD vorgestellt und ausführlich gewürdigt. Bisher sind die Werke der spanischen Frühklassik und die Orgel von Santanyí im deutschen Sprachraum aber auch international im Verhältnis zu ihrer großen Bedeutung relativ wenig mit CD-Aufnahmen vertreten. Nach der Restaurierung der Jordi Bosch Orgel und der Rekonstruktion der Mixtur und Posaune in den 1980er Jahren hat Gerhard Grenzings Sohn Daniel im Jahre 2011 eine gründliche Reinigung und Stimmung des Instruments ausgeführt, so dass die Aufnahmen eine Klangqualität erreicht haben, die das Instrument in Santanyí in seinem vollen Glanz erstrahlen lässt.

Cybele CYB001404, (6 SACD), VÖ: 31.5.2017, 809548015022

Dem Himmel zu Ehren - Musik für vier Trompeten, Pauken und Orgel von Telemann, Bach, Lully, Peerson, Praetorius, Mendelssohn, Bizet, Rheinberger und Lefébure-Wély - Pfeiffer-Trompeten-Consort

(Festliches Trompetenkonzert vol. 7) - Nicht ganz von ungefähr stand Georg Philipp Telemann Pate beim Titel der vorliegenden CD. Im Jahr seines 250. Todestages hat sich das Pfeiffer-Trompeten-Consort besonders mit dem Schaffen eines der produktivsten Komponisten der Musikgeschichte beschäftigt. Eine Vielzahl seiner Kompositionen ist bis heute unveröffentlicht, für uns ein Ansporn, Werke einzuspielen, die es bis heute so nicht zu hören gibt. Ein besonderer Reiz lag für das Ensemble auch darin, ursprünglich für Tasteninstrumente geschriebene Musik der englischen Renaissance zu durchforschen, die wir für geeignet halten, um sie mit Trompeten, Orgel und Schlagwerk in einem neuen Klanggewand zu präsentieren. So sind auch hier glanzvolle Arrangements entstanden, die dem Hörer den Farbenreichtum und die Lebendigkeit dieser teilweise über 400 Jahre alten Musik auf fast unterhaltsame Art neu erfahren lassen. Ebenso haben wir in der Orgelliteratur des 19. Jahrhunderts passende Stücke gefunden, die in ihrem ohnehin schon klangprächtigen Charakter mit unserem Instrumentarium stimmungsvoll erweitert werden. Die CD zeigt wieder einmal die ganze Bandbreite des Ensembles: Neben festlich-virtuoser Musik in wechselnden Besetzungen wird auch die lyrische Seite der Trompete präsentiert, außerdem ist die Pauke in zwei neu geschaffenen Arrangements als Soloinstrument zu hören. Komplettiert wird die Einspielung mit zwei stilgerechten und repräsentativen Solostücken aus dem umfangreichen Repertoire der Orgelmusik. Somit hat das Pfeiffer-Trompeten-Consort auch mit der vorliegenden Aufnahme das Ziel verfolgt, ähnlich wie in seinen Konzerten ein abwechslungsreiches Programm mit vielen, teilweise bisher unbekannten Schätzen zusammenzustellen und damit einen eigenen Beitrag zum Telemann-Jahr und darüber hinaus zu leisten.

Cantate C58052, VÖ: 7.6.2017, 4012476580524

Igor Strawinsky - Musik für Violine, vol. 1: Pastorale - Prélude et Ronde des princesses, Berceuse und Scherzo aus L’oiseau de feu - Chanson russe aus Mavra - Danse russe aus Petruschka - Suite für Violine und Klavier (arr. aus Pulcinella) - Duo concertant - Airs du rossignol und Marche chinoise aus Le rossignol - Rouget de Lisle, arr. Strawinsky: La Marseillaise für Violine solo - Ilya Gringolts, Violine
Peter Laul, Klavier

In seiner Autobiographie bekannte Strawinsky, er habe am Zusammenklang von Streichern und Klavier wenig Gefallen gefunden. Dass er diese Meinung später änderte und eine ganze Reihe von Werken für Violine und Klavier entstanden, ist das Verdienst des Geigers Samuel Duschkin. Strawinskys Verleger hatte die beiden zusammen gebracht; er wollte Strawinsky davon überzeugen, ein Violinkonzert zu schreiben. Und das funktionierte: die Zusammenarbeit beider blieb über die Premiere des Violinkonzerts 1931 hinaus bestehen, und Duschkin und Strawinsky gingen sogar gemeinsam mit einem Recital auf Tournee. Allerdings kam es nur zu einer Originalkomposition, dem Duo concertant. Ansonsten bearbeitete Strawinsky eigene Werke. Einige davon waren auch gar nicht für Duschkin gedacht, sondern schon in den 1920er Jahren für Paul Kochanski entstanden.

BIS BIS-SACD-2245, VÖ: 7.6.2017, 7318599922454

Russische Emigranten - Sergej Rachmaninow: Sonate Nr. 2, op. 36 / Variationen über ein Thema von Corelli, op. 42 - Elena Firsova: For Alissa, op. 102 - Alissa Firsova: Lune Rouge, op. 13 - Dmitri Smirnow: Sonate Nr. 6 „Blake Sonata“, op. 157 - Alissa Firsova, Klavier

Im Dezember 1917 musste Rachmaninow Hals über Kopf Moskau verlassen – und kam nie mehr zurück. Rund 60 Jahre später fanden sich die Komponisten Firsova und Smirnow auf einer Blacklist (neben fünf anderen, darunter Sofia Gubaidulina). Nach zehn schwierigen Jahren verließen sie kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion Russland und ließen sich mit ihren zwei Kindern in London nieder. Eines dieser Kinder ist Alissa Firsova, die zu einer der bedeutendsten Komponistinnen ihrer Generation in England aufstieg. Als gleichermaßen begabte Pianistin stellt sie hier ihr Debutalbum vor und startet gleich mit einer Rarität: Rachmaninows 2. Sonate in der sehr selten gespielten Originalfassung von 1913.

Vivat VIVAT109,  VÖ: 14.6.2017, 0797776037391

Dragon Quartet - Franz Schubert: Quartett d-Moll D810 „Der Tod und das Mädchen“ - Antonin Dvorak: Quartett Nr. 12 F-Dur op. 96 „Amerika“ - Dragon Quartet

2012 schlossen sich vier junge, gefeierte chinesische Musiker zum Dragon Quartet zusammen. Geiger Ning Feng und Cellist Quin Liwei, beide international etablierte Solisten, hatten die Idee dazu, nachdem sie eine ganze Konzertserie gemeinsam absolviert hatten. Zu ihnen stießen Wang Xiaomao, Konzertmeister des Orchesters des chinesischen Nationalballetts, und der Bratscher Zheng Wenxiao, Solobratscher des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Das Quartett tritt weltweit auf; im Programm finden sich die klassischen Meisterwerke der Quartettliteratur ebenso wie zeitgenössische Musik, insbesondere – natürlich – aus der Feder chinesischer Komponisten.

Channel CCS39417,  VÖ: 14.6.2017, 723385394174

Die Stimme der Pilar Lorengar - Arien aus Opern von Mozart, Puccini, Verdi, De Falla, Wagner, Granados, Turina - Pilar Lorengar, Sopran - London Philharmonic Orchestra - Orchestre de la Suisse Romande - Jesús Lopez-Cobos

Die spanische Sopranistin war jahrzehntelang der Liebling nicht nur des Berliner Publikums (sie gehörte bis zu ihrem Karriereende zum Stamm der Deutschen Oper Berlin). Weltweit wurde sie gefeiert für ihren strahlenden Sopran, der bis ins Alter nichts von seiner jugendlichen Frische und mühelos erreichten Höhe verlor. Auf Ausflüge in das dramatische italienische Fach hat Pilar Lorengar sehr bewusst verzichtet. Angebote, die Aida oder die Amelia in Un ballo in maschera zu singen, hat sie wiederholt abgelehnt und damit ihrer Stimme Überanstrengungen und Verschleiß erspart. Dennoch ist sie im Laufe der Jahre an allen wichtigen Opernhäusern der Welt aufgetreten.1961 trat sie erstmals in Salzburg im Idomeneo auf, an der New Yorker Metropolitan Opera debütierte sie 1966 als Don Giovannis Donna Elvira. Zwischen 1966 und 1982 hat sie in der Metropolitan Opera 16 Partien ihres Repertoires in mehr als 150 Aufführungen gesungen. Sie ist in Wien und Mailand, London und Paris aufgetreten und war wiederholt beim Glyndebourne Festival zu hören. Mehrere Tourneen führten sie auch nach Japan. Auf dem Konzertpodium hat sie Liederabende gegeben, in denen sie gerne neben Lieder von deutschen und französischen Komponisten Lieder spanischer Komponisten stellte. Zudem gastierte sie vielfach in Konzerten der großen Sinfonieorchester: Sie war bei den Berliner Philharmonikern ebenso ein gefragter Gast wie bei den Wiener Philharmonikern. Mit nur 68 Jahren starb Pilar Lorengar 1996 in ihrer Wahlheimat Berlin nach schwerer Krankheit.

Eloquence ELQ4807840,  VÖ: 21.6.2017, 0028948078400

Spanische Romanzen von Milán, Milarte, Daza, Pisador, Ermuda, Vasquez, Mudarra, Narváez, Granados und Volkslieder - Pilar Lorengar, Sopran - Siegfried Behrend, Gitarre - Alicia de Larrocha, Klavier

Die spanische Sopranistin war jahrzehntelang der Liebling nicht nur des Berliner Publikums (sie gehörte bis zu ihrem Karriereende zum Stamm der Deutschen Oper Berlin). Weltweit wurde sie gefeiert für ihren strahlenden Sopran, der bis ins Alter nichts von seiner jugendlichen Frische und mühelos erreichten Höhe verlor. Auf Ausflüge in das dramatische italienische Fach hat Pilar Lorengar sehr bewusst verzichtet. Entsprechende Angebote hat sie wiederholt abgelehnt und damit ihrer Stimme Überanstrengungen und Verschleiß erspart. Auf dem Konzertpodium hat sie Liederabende gegeben, in denen sie gerne neben Lieder von deutschen und französischen Komponisten Lieder spanischer Komponisten und spanische Volksmusik stellte. Hier ist sie zu hören im Zusammenspiel mit Siegfried Behrend bei einem Ausflug in die spanische Musik der Renaissance und des Barock. Umter Begleitung der Pianistin Alicia de Larrocha singt sie von Enrique Granados die „Tonadillas en estilo antiquo“ und die „Colección de canciónes amatorias“, beides Sammlungen, in denen Granados auf spanische Volksmusik Bezug nimmt.

Eloquence ELQ4825944, (2 CD), VÖ: 21.6.2017, 0028948259441

Isaac Albéniz - Klavierwerke vol. 9: Recuerdos de viaje, T 72; 3er Minuetto, T 74; Rêves, T 99; Scherzo, T 57; Tango, T 94 B; Diva sin par (Mazurka-capricho), T 63; Menuet, T 73; Minuetto, T 89 A; Improvisation, T 115 A; Balbina Valverde (Polka brillante), T 64 - Miguel Baselga, Klavier

Äußerst vielschichtig ist das Klavierwerk des Isaac Albéniz; da stehen unstrittige Meisterwerke neben beiläufiger Salonmusik. Eben noch malt der Komponist mit kräftigen spanischen Farben, dann wieder erklimmt er die Höhen durchgeistigter Klassik oder Romantik. Mit Hilfe der Assistenz von Albéniz‘ Schüler Jacinto Torres konnte Miguel Baselga auch absolute Raritäten ausfindig machen, die er immer wieder in einzelne Folgen der Gesamtaufnahme einstreute (die Serie geht mit diesem vol. 9 zu Ende). Diesmal gibt er uns die Chance, die letzte von drei Improvisationen zu hören – transkribiert von einer Phonographenaufnahme, die Albéniz 1903 machte. Der Hauptteil des Programms ist aus den späten 1880er Jahren. In dieser Zeit war Albéniz ein Fixpunkt in den angesagten Salons von Madrid, und er komponierte in dieser Zeit Musik, die einen deutlichen Bezug auf Mendelssohn, Schumann und Chopin nicht verleugnen kann und will. Und doch kommen immer wieder die spanischen Farben zum Zuge, wie in den „Recuerdos de viaje.“

BIS BIS-CD-2173, VÖ: 28.6.2017, 7318590021736

Gustav Mahler - Symphonie Nr. 5 cis-Moll - Minnesota Orchestra, Osmo Vänskä

2004 begann die Zusammenarbeit zwischen dem Minnesota Orchestra und seinem Chefdirigenten Osmo Vänskä mit BIS. Seitdem sind eine von der Kritik hochgelobte Serie der Beethoven-Symphonien sowie der Symphonien von Sibelius entstanden (Grammy Award 2014 für die Einspielung der Symphonien 1 und 4). Nun startet eine neue Reihe von monumentaleren Proportionen mit Gustav Mahlers 5. Symphonie, aufgenommen in Minneapolis im Juni 2016. Das 1902 geschriebene Werk ist das erste rein instrumentale nach drei Vorgängern, die alle Vokalparts enthielten. Das wurde als Rückkehr Mahlers zu konventionelleren Formen interpretiert; dabei enthält die Symphonie genug Unkonventionelles. Sie stellt sich als Spiegelbild des fiebrigen Schmelztiegels dar, der Wien zu dieser Zeit halt war: eine wilde Mischung österreichischer, böhmischer und ungarischer Kultur.

BIS BIS-SACD-2226, VÖ: 28.6.2017, 7318599922263

Modern Lied - Holliger: Sechs Lieder nach Gedichten von Morgenstern - Sciarrino: Due Melodie - Lachenmann: Got Lost - Kurtág: Requiem po drugu op. 26 - Rihm: Ophelia Sings - Lang: Wenn die Landschaft aufhört - Sarah Maria Sun, Sopran - Jan Philip Schulze, Klavier

Teilweise Ersteinspielung - Die Idee zu diesem Recital „Modern Lied“ entstand beim Frühstück nach dem ersten gemeinsamen Konzert von Sun und Schulze. Nicht weniger als die absoluten Meisterwerke zeitgenössischen Liedschaffens wollten sie zu einem Programm zusammen fassen. Und nun liegt dieses Kompendium vor. Das früheste Werk sind Holligers Morgenstern-Lieder, 1956 komponiert, sehr weich, an Debussy, Ravel und Berg erinnernd. Ganz anders das jüngste Werk auf dieser CD, Bernhard Langs 2015 entstandene Vertonung eines Textes von Dieter Sperl. Das ist eine neue Art von Rap und bewegt sich zwischen dem Sprachrhythmus und einem pointillistischen Stil von Intonation. Dazwischen Werke von vier Großen unserer Zeit; Rihms „Ophelia“ hat es zwischenzeitlich schon zum Rang eines Klassikers der zeitgenössischen Liedkunst gebracht. – Sarah Maria Suns Repertoire reicht vom 17. bis zum 21. Jahrhundert, aber ihre besondere Liebe gilt der zeitgenössischen Musik. Nicht weniger als 700 Werke aus dem 20. und 21. Jahrhundert hat sie im Repertoire. Von 2007 bis 2014 war sie Erste Sopranistin der Neuen Vokalsolisten Stuttgart, die sich seit 30 Jahren um die Verbreitung zeitgenössischer Musik verdient gemacht haben.

Mode MODE297, VÖ: 5.7.2017, 764593029724

Girolamo Frescobaldi - Toccaten, Partiten, Hinni und Arie - Daniele Proni, Cembalo und Orgel

Girolamo Frescobaldi (1583-1643) war neben Jan Pieterszoon Sweelinck der einflussreichste Komponist auf dem Gebiet der Musik für Tasteninstrumente in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Dazu trug nicht zuletzt der Umstand bei, dass er, anders als viele seiner Kollegen, sehr viele Werke im Druck verbreiten ließ und so europaweit bekannt machen konnte. Als Organist des Petersdoms in Rom konnte er sich das leisten. Hervorstechende Merkmale seines Stils sind die Unabhängigkeit von vorgegebenen Schemen und der stete Fluss von Melodien, oft verwoben in strenger Kontrapunktik. Er spielt mit Rhythmuswechseln, mit Spannung und Entspannung. Und das alles gewürzt mit erstaunlicher Kühnheit der Harmonik. Gleichzeitig lässt Frescobaldi den Interpreten improvisatorische Freiheiten, wie man sie aus der Musik der Renaissance noch kennt. Dies besonders in seinen Toccaten. Das Portrait eines ganz erstaunlichen Komponisten.

Concerto CD2104, VÖ: 5.7.2017, 8012665210412

Gaetano Donizetti - La figlia del reggimento - Gardino, Fioravanti, Campora, Moffo, Cassinelli, Rovetta, Frascati - Orchestra Sinfonico e Coro di Milano della RAI, Franco Mannino

„Die Regimentstochter“ in der italienischen Fassung von Callisto Bassi hat keine sehr umfangreiche Diskographie (herausragend noch die Nuova Era-Veröffentlichung von 1990). Diese Interpretation, die noch 30 Jahre weiter zurückliegt, ist vor allem aus zwei Gründen von Interesse: zum einen wegen der qualitativ überragenden Aufnahme durch die RAI (die keinen Vergleich mit Studioaufnahmen zu scheuen braucht), zum anderen durch die herausragende Präsenz zweier Künstler. Anna Moffo stand noch am Anfang ihrer Karriere (sie war gerade mit einer Falstaff-Produktion mit Karajan befasst); ganz anders der etablierte Franco Mannino, der in großartiger Weise die Soundtracks zu Luchino Viscontis Filmen komponierte und einspielte. Als Bonus bietet das Doppelalbum noch das EMI-Debüt der Moffo, genauer: ihr Recital mit Arien von Mozart, Donizetti und Bellini, von Walter Legge für Columbia produziert.

UraniaArts WS121331, (2 CD), VÖ: 12.7.2017, 8051773573316

Atem der Statuen - Werke für Klarinette und Klavier - Johannes Brahms: Sonate Es-dur op. 120,2 / Sonate f-Moll op. 120,1 - Alban Berg: Vier Stücke op. 5 - Robert Schumann: Fantasiestücke op. 73 - Sven-Ingo Koch: Hommages - Chen Halevi, Klarinette - Noam Greenberg, Klavier

Diese Einspielung beginnt und endet mit jeweils einer der unsterblichen Sonaten von Johannes Brahms, die über das Repertoire für Klarinette hinaus Meilensteine der romantischen deutschen Kammermusik des 19. Jahrhunderts sind. Das Zentrum bilden Schumanns Fantasiestücke, und Brahms und Schumann werden ergänzt und kontrastiert durch zwei spätere Werke. Zum einen Alban Bergs „Vier Stücke“, die ihrerseits eine wichtige Rolle im neueren Klarinettenrepertoire einnehmen und ihre Wurzeln durchaus noch in der deutschen Romantik haben. Zum anderen bietet die CD eine Ersteinspielung mit Sven-Ingo Kochs „Hommages“, sehr expressive Musik, die sich so in das übrige Repertoire nahtlos einfügt. All das vorgetragen von Chen Halevi, heute einem der weltweit führenden Klarinettisten, der gleichermaßen im „alten“ wie im „neuen“ Repertoire zu Hause ist und viele Kontakte zu zeitgenössischen Komponisten hat und pflegt. Darüber hinaus ist er ein gefragter Lehrer und ist Professor für Klarinette an der Musikhochschule in Trossingen.

Cobra COBRA0057, VÖ: 12.7.2017, 8713897904086

Antonin Dvorak - Rhapsodien: Rhapsodie a-Moll op. 14 - Slawische Rhapsodien op. 45 - Pilsen Philharmonie, Tomas Brauner

Dvorak ließ sich gern von außermusikalischen Dingen inspirieren, vor allem von seiner Heimat. Slawische Kultur und Volksmusik regten ihn denn auch zur Komposition seiner Rhapsodien an, insbesondere zum Zyklus der „Slawischen Rhapsodien“ op. 45. Die Idee, das Leben der slawischen Nationen in musikalischen Portraits abzubilden, kam ihm 1874. Da hatte er gerade die Rhapsodie op. 14 fertiggestellt, die ganz offensichtlich von den Tondichtungen Listzts inspiriert ist. Doch fand er das Ergebnis einer Veröffentlichung nicht würdig; erst nach seinem Tod wurde das Werk am 3.5.1904 durch Oskar Nedbal uraufgeführt.

ArcoDiva UP0171, VÖ: 19.7.2017, 8594029811171

Klaviertrios - Schumann: Trio Nr. 1 d-Moll op. 63 / Abendlied / Vier Stücke in Kanonform op. 56 - Brahms: Trio Es-Dur op. 40 - Petrof Piano Trio

Das Petrof Piano Trio wurde 2009 vom Geiger des Wihan Quartet gegründet, Jan Schulmeister. Die Mitglieder sind bekannte Kammermusiker und bringen zusammen über 60 Jahre Konzerterfahrung auf die Bühne. Im Jahr seiner Gründung wurde das Ensemble Trio in residence der Petrof Klavierfabrik und wird seither von dieser Firma unterstützt. Seit 2011 unterrichtet das Trio bei internationalen Musikkursen. Seine bereits erschienenen Einspielungen wurden von der Kritik mit großem Lob bedacht.

ArcoDiva UP0186,VÖ: 19.7.2017, 8594029811867

Hindemith/Schönberg: Streichtrios - Paul Hindemith: Trio Nr. 1 op. 34 / Trio Nr. 2 - Arnold Schönberg: Trio op. 45 - Trio Zimmermann:
Frank Peter Zimmermann, Violine - Antoine Tamestit, Viola - Christian Poltéra, Cello

Nach seinen gefeierten Einspielungen der Trios von Mozart und Beethoven macht das Trio Zimmermann nun einen großen Zeitsprung. Schönberg und Hindemith gehörten zwischen 1910 und 1920 zur Spitze der Avantgarde, doch dann gingen sie Wege, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Während Schönberg mit der Entwicklung der Zwölftontechnik und der zweiten Wiener Schule großen Einfluss auf die spätere Musik des 20. Jahrhunderts nahm, kehrte Hindemith nach frühen Jahren der stilistischen Rebellion zu klassischen Formen zurück. Schon das relativ frühe Streichtrio Nr. 1, 1924 geschrieben, zeigt sein Interesse an Formen und Texturen barocker Musik. Im zweiten Trio kommt dann noch eine neotonale Sprache dazu, die schon vorausweist auf spätere, größere Werke wie „Mathis der Maler.“ 1933, als Hindemith sein zweites Trio schrieb, verließ Arnold Schönberg auf der Flucht vor den Nazis Europa und übersiedelte in die USA (Hindemith folgte sieben Jahre später). Es dauerte lange, bis Schönberg in der neuen Heimat Fuß fassen konnte, und finanzielle wie berufliche Sorgen mögen der Auslöser für seine schwere Herzattacke 1946 gewesen sein. Da hatte er gerade mit der Komposition des Streichtrios begonnen, und als er es später fertigstellte, floss die Nahtoderfahrung in die Komposition ein.

BIS BIS-SACD-2207, VÖ: 26.7.2017, 7318599922072

Charles Ives: Sonaten - Sonate Nr. 2 „Concord, Mass., 1840-60“ für Klavier mit optionaler Viola und Flöte - Sonate Nr. 4 „Children‘s Day at the Camp Meeting“ für Violine und Klavier - Joonas Ahonen, Klavier - Pekka Kuusisto, Violine, Viola - Sharon Bezaly, Flöte

Die „Concord Sonate“ von Charles Ives wird oft als eines der bedeutendsten amerikanischen Klavierwerke bezeichnet. Der Komponist veröffentlichte sie 1920 auf eigene Kosten; die radikalen Experimente in Bezug auf Harmonie und Rhythmus ließen Interpreten zurückschrecken, und so erlebte sie erst 1939 ihre Uraufführung. Im Verlauf der vier Sätze skizziert Ives einige der berühmtesten Einwohner des Städtchens Concord in Massachusetts wie Ralph Waldo Emerson oder Henry David Thoreau. Das geschieht auf verschiedene Weise, unter anderem durch Rückbezüge auf Beethoven, religiöse und patriotische Gesänge und Zirkusmärsche. Mit ihren 47 Minuten Aufführungsdauer ist diese Sonate ein Schwergewicht an Komplexität, eine echte Herausforderung für jeden Interpreten. Eröffnet wird das Album durch die wesentlich kürzere 4. Sonate für Violine und Klavier, die etwa gleichzeitig wie die Concord Sonate entstand. Auch hier gibt es außermusikalische Hintergründe: der Komponist erinnert sich an die christlichen sogenannten Camp Meetings, an denen er als Kind teilgenommen hatte.

BIS BIS-SACD-2249, VÖ: 26.7.2017, 7318599922492

Kammermusik mit Pianoforte - Brahms: Trio für Pianoforte, Violine und Waldhorn Es-Dur op. 40 - Schumann: Adagio und Allegro für Pianoforte und Horn As-Dur op. 70 / Sonate für Pianoforte und Violine a-Moll op. 105 - Dukas: Villanelle pour cor et piano - Mathias Weber, Pianoforte - Javier Bonet, Horn und Naturhorn - Maxim Kosinov, Violine

Wenn der heutige Kammermusikhörer Musik des 19. Jahrhunderts so verstehen will, wie sie womöglich der Konzertgänger in der Epoche von Brahms und Schumann rezipiert hat, so ist er angewiesen auf ein intensives Quellenstudium der historischen Aufführungspraxis, des zeitgenössischen Instrumentenbaus sowie auf die Erforschung der Entwicklung musikalischer Expressivität in ihren gesellschaftlichen Traditionen und in ihrem stetigen Fortschritt. Der deutsche Pianist Mathias Weber, der spanische Hornist Javier Bonet und der russische Geiger Maxim Kosinov vermögen dem Hörer unserer Tage diese zeitraubenden, akribischen Studien zu ersparen, wenn sie werkgetreu und in der Tradition des 19. Jahrhunderts die Musik von Schumann und Brahms auf eben jenen Instrumenten spielen, deren Klangmöglichkeiten die Komponisten im Kopf hatten, als sie ihre Werke schrieben. Mit der Meisterschaft erfahrener und historisch bewanderter Experten gelingt es den drei Musikern, sich in ihrer Interpretation dem Klangideal des 19. Jahrhunderts dergestalt zu nähern, dass der moderne Hörer gleichsam zum Zeitreisenden wird, ohne dabei den Eindruck zu gewinnen, der Wiederbelebung bloßen musealen Klangs beizuwohnen. Vielmehr erlebt er die Musik in einer solch zupackenden und ergreifenden Frische, dass selbst, wenn ihm die Werke seit Ewigkeiten vertraut sind, sie ihm immer wieder neue, reizvolle Entdeckungen offenbaren.

Ambitus AMB96985, Preiscode: CE, VÖ: 2.8.2017, 4011392969857

La Pastourelle - die Ubhaus-Orgel in Bobenthal - Johann Krieger: Toccata in D - Samuel Scheidt Alamanda G - iovanni Priuli: Canzona a 6 - Louis Couperin: Carillons – La Pastourelle - Georg Friedrich Händel: Suite in F - José Elias: Tiento de Falsas Sexto Tono - Johann Sebastian Bach: Concerto D-Dur - Johann Ludwig Krebs: Praeambula supra “Christ lag in Todesbanden”, ”Sei Lob und Ehr dem höchsten Gott”, ”Erbarm dich mein, o Herre Gott” - Leopold Mozart: Adagio con variazioni F-Dur - Ludwig van Beethoven: Andante A-Dur, Klavierstück C-Dur/c-moll, Bagatelle c-moll, Andante C-Dur - Claude Benigne Balbastre: Prelude et Rondeau - Christian Brembeck, Orgel

Ein in mehrfacher Hinsicht einzigartiges Kunstwerk ist die historische Orgel der St. Michaels-Kirche im pfälzischen Bobenthal. Das Instrument wurde 1817 durch den Orgelmacher Wendelin Ubhaus(er) aus Kirrweiler errichtet. 1879 wurde im Zuge des Kirchenumbaus die Orgel durch die Speyerer Firma Schlimbach ausgebaut und eingelagert. Eigentlich bestand der Wunsch nach einer Neuanschaffung, doch scheiterte dies (aus heutiger Sicht glücklicherweise!) aus finanziellen Gründen; die alte Ubhaus-Orgel wurde durch Hermann Schlimbach repariert und wieder aufgestellt. Das Orgelgehäuse war ursprünglich unbehandelt; die heutige Farbgebung stammt aus dem Jahr 1964. Einige Besonderheiten machen das Instrument zu einer Rarität nicht nur in der reichen pfälzischen Orgellandschaft: das Pedal besitzt keine 16‘-Stimme, dagegen ist das Manual ungewöhnlicher Weise vom tiefen C bis f’‘’ komplett ausgebaut, wohingegen das Pedal einen (zeittypischen) geringen Umfang von etwas mehr als einer Oktave (C-do) besitzt. Die Disposition beinhaltet zu einem Viertel Streicher-Stimmen, was sowohl barocken Traditionen als auch einem gewissen spätklassischen Klangideal huldigen mag. Die Mixtur beinhaltet einen Terz-Chor, der den Gesamtklang prächtig anreichert. Lange Jahre fristete die Orgel ein Schattendasein und geriet zunehmend in einen desolaten Zustand, doch glücklicherweise waren mehr als 90 % der originalen Substanz erhalten geblieben. 2016/17 endlich konnte auf Initiative einiger Bobenthaler Orgelliebhaber das wertvolle und qualitativ bemerkenswerte historische Instrument einer grundlegenden Restaurierung durch die Fa. Johannes Rohlf (Neubulach) unterzogen werden, bei der auch die alte Bälge-Tretanlage restauriert und wieder nutzbar gemacht wurde. So erstrahlt die Orgel im 200. Jahr ihres Bestehens in altem Glanz und neuer klanglicher Frische.

Cantate C58053, Preiscode: CE, VÖ: 2.8.2017, 4012476580531